Die Karabinieri

Filmkritik: Die Karabinieri zählt zu den eher unbekannten Werken im Oeuvre von Jean-Luc Godard, hat es jedoch in vielerlei Hinsicht in sich: Es ist der einzige Antikriegsfilm der Nouvelle Vague und verdeutlicht die Abkehr des Franzosen von seinem beschwingten Frühwerk. Mit diesem hat sein fünftes Werk nicht mehr viel gemein - ohne Selbstreferenzialität und Verspieltheit wagt sich Godard [...]

Der längste Tag

Filmkritik: Der längste Tag zählte seinerzeit zu den großen Prestigeprojekten von 20th Century Fox und wurde mit einem riesigen Budget realisiert. Produzent Darryl F. Zanuck scheute keine Kosten. So leistete er sich den Luxus, gleich drei Regisseure zu engagieren: Ken Annakin (Großbrittanien), Andrew Marton (USA) und Bernhard Wicki (Deutschland) filmten jeweils die Szenen der Soldaten ihrer Nation. Und auch [...]

Der Soldat James Ryan

Filmkritik: Der Soldat James Ryan startet mit einer überaus heftigen Exposition und wirft den Zuschauer mitten in die Landung in der Normandie am D-Day, zeigt den Krieg umfassend und enorm physisch als das, was er am Ende ist - ein blutiges, unmenschliches Gemetzel. Mit den von Granaten zerfetzten oder von Maschinengewehrgarben zerteilten Soldaten proklamiert Der Soldat James Ryan im Gegensatz [...]

Catch-22

Filmkritik: Catch-22 beruht auf Joseph Hellers gleichnamigem Roman, der nicht nur irgendein Buch ist, sondern zu den stilprägendsten und vielschichtigsten Werken seiner Zeit zählt. Heller schildert in zahllosen Episoden den Wahnsinn des Krieges, verleiht ihm kafkaeske Züge und berührt am Ende doch mit viel Menschlichkeit. Für ein solches Anforderungsprofil ist der feinsinnige Regisseur Mike Nichols durchaus prädestiniert, doch in diesem [...]

Overlord

Filmkritik: Für seinen Anti-Kriegsfilm Overlord dachte sich Regisseur Stuart Cooper einen besonderen Clou aus: Aus tausenden Filmrollen britischer Archive suchte er Aufnahmen heraus, die er mit neu gedrehtem Material kombinierte und einen bemerkenswerten Nutzen daraus zog; stellt eine der größten Hürden von Antikriegsfilmen die Konsumierbarkeit des Unkonsumierbaren, das Unterhaltungselement von Tod und Terror dar, negiert Overlord dies geschickt – [...]

Feuer im Grasland

Filmkritik: Kon Ichikawas Antikriegsfilm Feuer im Grasland zeigt eine Welt, die sich in Auflösung befindet: Der Krieg ist über eine philippinische Insel geschwappt und hat hungernde, verstreute Soldaten zurückgelassen, die auf der Suche nach Nahrung über die Insel wandern. Der Film zeigt Krieg weniger als Schlachtengetümmel, sondern als Bewusstseinszustand, der den Kern des Menschseins assimiliert. Feuer im Grasland schildert [...]

Wege zum Ruhm

Filmkritik: Bereits 30 Jahre vor seinem Meisterwerk Full Metal Jacket drehte Stanley Kubrick mit Wege zum Ruhm einen Antikriegsfilm und zeigt bereits zu Beginn beispielhaft die festgefahrene Situation der Grabenkämpfe des Ersten Weltkrieges auf. Im weiteren Verlauf verlagert sich das Geschehen auf die Verwaltung hinter der Front, wo Kubrick die Arroganz und Weltfremdheit der Generalität bloß legt. Hier tritt [...]

Red Angel

Filmkritik: In seinem Antikriegsfilm Red Angel macht Regisseur Yasuzo Masumura keine Gefangenen – bereits nach wenigen Minuten Spielzeit konfrontiert das Drehbuch sein Publikum mit einem grässlichen Schock; auch danach scheut der kontroverse japanische Film keine Wagnisse. Selten konnte der Zuschauer froher sein, einen Schwarz-Weiß-Film zu schauen: Die heftigen Operationsszenen in dem vor Kriegsversehrten überquellenden Feldlazarett gehen durch Mark und [...]

Full Metal Jacket

Kurzkritik: Mit Full Metal Jacket ist Stanley Kubrick ein meisterhafter Antikriegsfilm gelungen, der zeigt, wie der Staat unbescholtene Bürger emotional aushöhlt und zu Killermaschinen mutieren lässt. Doch wo andere Werke mit blutrünstigen Kriegsbildern arbeiten, um ihre Botschaft zu vermitteln, bedient sich Kubricks Film eines ganz besonderen Clous, dessen Wirksamkeit durch die allgemeine Rezeptionshaltung vollumfänglich bestätigt wird. Denn ironischerweise werden [...]