Drei Abende mit … Jean Renoir




In der Rubrik Drei Abende mit … widme ich mich drei Tage lang einem spezifischen Thema, um kurze Überblicke zu bestimmten Filmemachern oder Werken zu geben.

„Renoir ist der größte europäische Cineast, höchstwahrscheinlich der größte von allen.“

„Der größte Filmregisseur der Welt? Meiner Meinung nach ist das ein Franzose. Er heißt Jean Renoir.“

„Jean Renoir ist der bedeutendste Cineast des französischen Kinos.“

– Orson Welles

– Charles Chaplin

– François Truffaut

Über das Thema:

Die Ergebnisse der nur alle zehn Jahre stattfindende Umfrage des British Film Institute zählen zu den prestigeträchtigsten Ranglisten der Filmwelt. Im Jahr 2002 stimmten zuletzt 300 namhafte Regisseure sowie rund 600 renommierte Filmkritiker und Kuratoren über die besten Filme aller Zeiten und die besten Regisseure ab.

Auf Platz vier der Kritikerbestenliste der Regisseure landete Jean Renoir und ließ damit die Großen des Weltkinos hinter sich: Kubrick und Kurosawa, Tarkowski und Ozu. Ich persönlich habe das Gefühl, dass Renoirs Werke im Vergleich zu den vorgenannten Regisseuren weniger populär sind – den Namen kennen sicherlich viele Filmfans, doch geschaut werden die Filme Renoirs in meinem Bekanntenkreis wohl deutlich seltener. Das mag ein rein subjektiver Eindruck sein, liefert aber auch einen guten Grund, um sich an den folgenden drei Abenden mit dem französischen Regisseur zu beschäftigen!

Renoir lernte das Filmemachen noch zur Stummfilmzeit und entwickelte sich zu Beginn der Dreißiger Jahre zu einem der ersten Autorenfilmer. Überaus fleißig war er außerdem, in beinahe jedem Jahr der Ära erschien ein Film von ihm. Spätestens durch seine drei Arbeiten der Jahre 1937 bis 1939 – Die große Illusion, Bestie Mensch und Die Spielregel – etablierte sich Renoir als einflussreichster Regisseur seiner Zeit.

Renoir drehte vornehmlich schonungslose Sozialdramen mit sorgfältig ausgearbeiteten Charakteren, denen selten ein Happy End vergönnt ist. Inmitten seiner düsteren Welten etablierte der Filmemacher jedoch meistens auch einen zutiefst humanistischen Kern; ein Wertegefühl, für das Renoirs Figuren kämpfen und auch scheitern, zum Wohl des großen Ganzen.

Damit unterscheiden sich Renoirs Arbeiten von den Genrefilmen oder simplen moralischen Fabeln seiner Zeit. Die Filme des Franzosen waren in ihrer Art, spannende Geschichten mit hintergründiger Bedeutung zu verbinden, überaus modern. Darüber hinaus stellen Renoirs Werke das Fundament des Poetischen Realismus dar, der wiederum mittelbar auch die Weichen für den Italienischen Neorealismus und den Film Noir stellte.

Jean Renoir prägte also nicht nur die nationale Filmkultur, sondern beeinflusste letztlich für Jahrzehnte das Weltkino – das haben nicht viele Regisseure geschafft.

Filmauswahl:

Der Auswahlprozess der drei Filme verlief dieses Mal unspektakulär – an den nächsten drei Abenden werde ich mir Renoirs bekannteste drei Werke vorknöpfen:

1997 – Die große Illusion
1938 – Bestie Mensch
1939 – Die Spielregel

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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