Geheimbund Schwarze Legion

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Filmkritik:

Geheimbund Schwarze Legion entstand als Teil einer ganzen Reihe von Hollywoodproduktionen, die sich gegen faschistische Tendenzen in der amerikanischen Gesellschaft stellten und nahm sich reale Geschehnisse zum Vorbild.

Zu Beginn schildert der Film noch eine amerikanische Idylle: Der von Humphrey Bogart gespielte Frank Taylor führt ein glückliches Leben mit liebender Frau und aufgewecktem Kind, er arbeitet hart in einer Fabrik und wird von seinen Kollegen geschätzt. Doch obwohl Taylor in bescheidenem Maße alles hat, was er sich wünschen kann, gerät sein Leben aus der Bahn, als eine Vakanz für den Posten des Vorarbeiters entsteht.

Nicht der einfache, fleißige Arbeiter Taylor bekommt die Beförderung zugesprochen, sondern sein Kollege Dombrowski, der ständig Bücher liest und die Abendschule besucht. Neid und Missgunst nagen fortan an Taylor, bis er eine rassistische Radioansprache hört und sich angesprochen fühlt –  nun kann er die eigenen Unzulänglichkeiten auf den polnischen Einwanderer Dombrowski projezieren. Er tritt der Schwarzen Legion bei, einer rassistischen Vereinigung, die an den Ku-Klux-Klan erinnert.

Humphrey Bogart befand sich Mitte der Dreißiger Jahre noch am Anfang seiner Karriere und spielte vornehmlich finstere Nebenrollen. Regisseur Archie Mayo arbeitete bereits ein Jahr zuvor im Krimi Der versteinerte Wald mit Bogart zusammen und weiß den kommenden Star einzusetzen. Obwohl Bogarts Durchbruch mit Entscheidung in der Sierra noch einige Jahre in der Zukunft liegt, zeigt Geheimbund Schwarze Legion bereits sein schauspielerisches Potenzial: Bogart darf hier einen deutlich ambivalenteren Charakter als gewohnt spielen, was ihm problemlos gelingt.

Das Produktionsstudio Warner Brothers setzte seinerzeit vermehrt auf Filme im Milieu einfacher Leute und liefert ein typisches, 83 Minuten kurzes B-Movie ab, das sich in jeder Hinsicht solide erweist. Ausnahmsweise ist die erste Hälfte von Geheimbund Schwarze Legion interessanter als die zweite, weil über Taylors Werdegang die Veranschaulichung eines gesellschaftlichen Problems stattfindet. Im weiteren Verlauf wandelt sich der Film dann zum konventionellen Krimi und zieht das Tempo an, ohne dabei die ganz großen Momente zu finden. In Erinnerung bleibt allerdings die Tatsache, dass die Führer der Schwarzen Legion mitnichten große Patrioten sind – durch die Agitation verdienen sie schlichtweg viel Geld.

Das Finale von Geheimbund Schwarze Legion erweist sich nicht nur als überraschend konsequent und tragisch, sondern wendet sich auch direkt an uns Zuschauer: Am Ende eines Gerichtsprozesses setzt Mayo den Richter via Close-up ins Bild und lässt diesen eine mahnende Grundsatzrede über die Werte der Vereinigten Staaten halten – ein nach wie vor wirkungsvolles Plädoyer.

Handlung:

Frank Taylor ist Mechaniker in einer Fabrik und hat gute Aussichten auf den Posten des Werkmeisters, doch dann erhält der Einwanderer Dombrowski die Beförderung – Taylors Traum von einem höheren Lebensstandard zerplatzt. Taylor zieht sich enttäuscht von seinen Mitmenschen zurück und grübelt tagein, tagaus. Doch als der Querulant Cliff Moore in der Fabrik gegen Ausländer zu hetzen beginnt, findet Taylor die Bestätigung seiner Ansichten – und schließt sich dem Geheimbund Schwarze Legion an, um Rache an den Ausländern zu üben…

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Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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