Das Schweigen

Regie: | Jahrzehnt: | Genre:


Filmkritik:

Das Schweigen zählt wohl zu den bekanntesten Werken von Ingmar Bergman und sorgte Zeit seines Erscheinens wegen der für damalige Verhältnisse offenherzige Darstellung von Sexualität für handfeste Skandale; aus heutiger Sicht kann dies jedoch lediglich als interessante Randnotiz betrachtet werden. Vor allem aber ist Das Schweigen ein typischer Bergman: Er etabliert schnell eine bleierne, schwermütige Atmosphäre und überzeugt mit seiner expressiven Bildgestaltung, die hier eine latent obskure, kafkaeske Welt in Szene setzt, in der die Figuren regelrecht gefangen wirken.

Vieles scheint hier im Argen zu liegen; der Film heißt nicht ohne Grund Das Schweigen – es wird weniger gesprochen als in anderen Werken des Regisseurs, der Plot bleibt rudimentär, entwickelt sich langsam und fragmentarisch. Die Aufgabe des Zuschauers scheint es zu sein, das Schweigen zwischen den Protatgonisten zu ergründen, wobei die ausgezeichneten Darsteller tatkräftig mithelfen.

Interessant fällt die Spannungskurve aus, die keiner klaren Linie zu folgen scheint und recht schwankend verläuft, was den Film unvorhersehbar macht. Das Ende fällt ein wenig abrupt aus, lässt aber viel Raum für eigene Gedanken. Wer die Welt von Ingmar Bergman erkunden will, findet hier einen guten Einstiegsfilm. Wenn es weniger mysteriös sein soll, empfehle ich jedoch eher Das siebente Siegel.

Handlung:

Ester, ihre Schwester Anna und deren neunjähriger Sohn Johan müssen ihre Heimreise unterbrechen, weil die lungenkranke Ester einen Zusammenbruch erleidet. Sie übernachten in einer fremden Stadt, deren Einwohner eine unverständliche Sprache sprechen. Das bizarre Hotel beherbergt außer ihnen nur noch eine Gruppe von Liliputanern. Völlig isoliert von der Außenwelt und unfähig zur Kommunikation untereinander fallen sie in einen Strudel der sexuellen Begierde, der Exzesse und des Hasses.

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-15T15:09:34+00:00

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