Carl Theodor Dreyer zählt zu den größten Formalisten der Kinogeschichte und gibt mit Das Wort ein Musterbeispiel für diese Einschätzung: Sein vorletztes Werk beeindruckt mit einer konsequenten Bildgestaltung, die ähnlich wie bei den Filmen von Robert Bresson und Yasujiro Ozu reduziert ausfällt.

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Filmkritik:

Die strengen, statischen Kompositionen mögen aus heutiger Sicht anstrengen, weil wir Schnitte und Bewegung erwarten, die ausbleiben, doch erzeugt Dreyer damit schnell einen Sog und baut eine dichte Atmosphäre auf. Insbesondere in den ersten zwei Dritteln wirkt Dreyers Inszenierung unheimlich starr – die Darsteller stehen in kargen Räumen, bewegen sich kaum, reden monoton und „schauspielern“ nicht wirklich – Das Wort erinnert mehr an ein Gemälde als an einen Film.

Doch dahinter steckt kein Formalismus um sich selbst willen, sondern eine ganz funktionelle Idee – die Bildgestaltung von Das Wort zeigt eine Welt der Leblosigkeit, um sie in seinem Finale aufzubrechen und plötzlich mit Leben zu befüllen. Diese Komposition aus Form und Inhalt ist nicht weniger als ein Geniestreich und offenbart, dass die präsente Symbolik und das Verhandeln von göttlichen Fügungen, gar des Wesen Gottes, in der Bildgestaltung gespiegelt wurden.

Das Wort schockt unsere Sehgewohnheiten, vermag danach jedoch mit seiner bestechenden Form zu begeistern – ein schwieriger Film, den es zu entdecken lohnt, in den der Zuschauer aber Arbeit stecken muss.

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DER REGISSEUR

Dass Carl Theodor Dreyer zu den größten Regisseuren seiner Zeit zählt, erkannten Kritiker leider erst retrospektiv. Dreyers bemerkenswerte Stummfilme spielten kaum Geld ein, weshalb der Däne zwischen 1932 und 1964 nur drei Spielfilme drehte. Inzwischen gelten Dreyers Werke als unbestrittene Klassiker. Ihre Kraft entfalten seine Filme durch ein verhaltenes Tempo und eine düstere Bildgestaltung, sie sind spirituell und bodenständig zugleich.

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Dass Carl Theodor Dreyer zu den größten Regisseuren seiner Zeit zählt, erkannten Kritiker leider erst retrospektiv. Dreyers bemerkenswerte Stummfilme spielten kaum Geld ein, weshalb der Däne zwischen 1932 und 1964 nur drei Spielfilme drehte. Inzwischen gelten Dreyers Werke als unbestrittene Klassiker. Ihre Kraft entfalten seine Filme durch ein verhaltenes Tempo und eine düstere Bildgestaltung, sie sind spirituell und bodenständig zugleich.

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DAS GENRE

Der Dramabegriff dient als Auffangbecken für Filme, die sich keinem spezifischerem Genre zuordnen lassen. Dementsprechend viele Schattierungen ergeben sich: vom Sozial- über das Gesellschaftsdrama, das Melodram und die Tragikomödie. Die Gemeinsamkeiten dieser Subgenres liegen in realistischen, konfliktreichen Szenarien und einer Konzentration auf die Figuren.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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