Il Cinema Ritrovato 2026
Meine Filmauswahl
Nach der Vorstellung des Programms im letzten Artikel stelle ich heute die Filme vor, die ich für das Cinema Ritrovato 2026 gebucht habe.
Festivalpass und Buchungsportal
Wer Il Cinema Ritrovato besuchen möchte, sollte weit im Voraus planen – und muss dann trotzdem einen langen Atem haben.
Sobald das Datum der nächsten Edition bekannt gegeben wird, lohnt sich das schnelle Buchen von Hotel und Festivalpass – am besten schon im Februar, auch wenn die Zeit bis Juni lang erscheint.
Sind Hotel und Festivalpass gesichert, beginnt das monatelange Warten: In der Regel kündigt die Cineteca die Themen des jeweiligen Jahres erst einen Monat vor Beginn des Festivals an. Das endgültige Programm inklusive der konkreten Vorstellungen erscheint erst direkt vor Festivalstart – und dann wird es ernst.
Der Festivalpass (140 €) oder in meinem Fall der Pressepass (50 €) berechtigt zum Besuch aller Vorstellungen des Festivals, die jedoch noch fix gebucht werden müssen. Kurz nach Bekanntgabe des Spielplans öffnet das Buchungsportal seine Pforten; binnen weniger Minuten stürzen sich tausende Filmfans auf die Tickets. Wer durch den digitalen Warteraum kommt, hat rund 20 Minuten Zeit, alle gewünschten Plätze zu buchen, bevor sie weg sind.
Eine kleine Herausforderung ist es, wenn man nicht allein, sondern in Begleitung ins Kino will. Da jeder nur Tickets für sich selbst buchen kann, lohnt sich eine Telefonkonferenz, um dann zeitgleich nebeneinander liegende Plätze für dieselbe Vorstellung zu reservieren.

Planung ist alles – der finale Kalender aller Wunschvorstellungen
In jedem Fall empfiehlt sich eine ausgiebige Vorbereitung, etwa das Eintragen aller Wunschfilme in einen Kalender, um möglichst effizient buchen zu können, wenn es dann hoch hergeht. (Oder, wie in meinem Fall, der Server den Geist aufgibt und das Buchungssystem minutenlang nur noch italienische Fehlermeldungen ausspuckt.)
Das hektische Prozedere bringt später vor Ort den großen Vorteil, dass keine Gedanken an organisatorische Details verschwendet werden müssen – der Plan ist längst gemacht, alle Tickets sind bereits bezahlt und auf dem Handy gespeichert, man muss nur noch pünktlich zur Vorstellung erscheinen.
Meine Filmauswahl
Es gibt schlichtweg zu viele Filme beim Il Cinema Ritrovato – so schwer es fällt, manch spannende Vorstellung passt einfach nicht in den Zeitplan. Bei mir hat es eine Handvoll Stummfilme erwischt sowie nahezu jeden Visconti. Insbesondere Ossessione und Der Leopard hatte ich fest eingeplant, dummerweise fällt der große Visconti-Tag ausgerechnet auf den Samstag, an dem ich vormittags abreise.
Dennoch bin ich mit meiner Ausbeute vollauf zufrieden. Neben Tickets für begehrte Publikumsschlager wie Manhunter und Wild at Heart werde ich Lieblingsfilme wie Frau ohne Gewissen und Vierzig Gewehre auf der großen Leinwand erleben.
Aus den Retrospektiven freue ich mich auf mehrere Filme von Daisuke Ito, ohne eine Ahnung zu haben, was mich bei seinen Samuraidramen erwartet; im Gegensatz dazu schaue ich einiges von Mitchell Leisen, bei dem gutgelauntes Screwball-Chaos garantiert ist.
Darüber hinaus reise ich mit der Raum-Maschine in die Ukraine, nach Kuba, in den Iran und nach Indien, in die Türkei (ich bin sehr gespannt auf Time to Love von Metin Erksan, weil sein Trockener Sommer umwerfend ist) und auf die Philippinen (auch hier: Lino Brocka ist ein fantastischer Regisseur, die Vorfreude auf Weighed But Found Wanting ist groß).
Ausgerechnet zwei Western versprechen großen Spaß: Der Tschechoslowakische Neue Welle-Vertreter Limonaden-Joe wurde mir von sicherer Quelle empfohlen, außerdem gibt es mit Ritter der Prärie einen amerikanischen Klassiker in einer frischen 3D (!)-Restauration.
Im Folgenden eine Übersicht aller gebuchten Vorstellungen. Es werden im Laufe des Festivals sicherlich viele Kurzkritiken entstehen, die dann auf den jeweiligen Kacheln verlinkt werden:































