Mississippi Burning

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Filmkritik:

Mississippi Burning startet mit einem spannenden Auftaktszene: Der Einstieg erfolgt über den Mord an drei Bürgerrechtsaktivisten durch Mitglieder des Ku-Klux-Klan. In den folgenden zwei Stunden schildert der Kriminalfilm die Aufklärung dieses Verbrechens, das sich so 1964 in der Provinz des Bundesstaates Mississippi zugetragen hat.

Den rauen Tonfall behält Alan Parkers Film weiterhin bei und führt anschließend nicht nur sein von Willem Dafoe und Gene Hackman gespieltes Ermittlerduo ein, sondern erzeugt auch reichlich Suspense. Von Anfang an wirkt die Kleinstadt im Süden der USA latent bedrohlich. Parker lässt den Zuschauer ständig spüren, wie das vom Rassenhass vergiftete Klima der Stadt alle Bewohner in seinen Bann hält; nicht die Mitglieder des Ku-Klux-Klans wirken hier anachronistisch, sondern die aufgeklärten Ermittler aus dem Norden.

Bereits wegen der Mordszene des Beginns, in der ein Täter einen Streifenwagen fährt, tritt die Verstrickung zwischen dem KKK und der örtlichen Polizei offen zutage, doch wer nun wirklich an den Morden beteiligt war, hält der Film lange im Dunkeln, weil es genügend Kandidaten gibt – rund ein Dutzend Nebenfiguren fährt das Script auf. Bei fast allen scheint schnell eine fremdenfeindliche Gesinnung durch, doch das Drehbuch und die guten Darsteller gewinnen ihnen genug individuelle Facetten ab, um die Grenzen verschwimmen zu lassen. Wer von ihnen ist nur Mitläufer, wer überzeugter Rassist und wer gar ein Mörder? Hier spielt Mississippi Burning auch mit unseren eigenen Vorurteilen.

Zu Beginn des letzten Filmdrittels ist ein leichter Spannungsabfall zu verzeichnen, den der Film auf ruinöse Weise zu umgehen versucht: Nachdem Parker anderthalb Stunden lang die vergeblichen Bemühungen des Ermittlerduos zeigt, die Verdächtigen mit den Mitteln des Rechtsstaates dingfest zu machen, schlagen die beiden aus ihrer ohnmächtigen Wut heraus einen anderen Kurs ein. Fortan werden die vermeintlichen Täter rigoros bedroht, entführt, genötigt und eingeschüchtert. Das stimmt nicht nur überhaupt nicht mehr mit dem historischen Fall überein, bei dem die Beamten rechtsstaatlich vorgegangen waren, sondern führt auch das Anliegen des Films ad absurdum. Indem sich die Ermittler über die Gesetze des Staates stellen und ihre eigene Version von Gerechtigkeit erzwingen, unterscheiden sie sich kaum noch von den rassistischen Südstaatlern, die ebenfalls ihre eigenen Gesetze befolgen.

So entwickelt das letzte Drittel von Mississippi Burning deutlich mehr Dynamik und befriedigt sicherlich die zuvor aufgestaute Anspannung des Publikums, das sich an der Zerschlagung des lokalen Ku-Klux-Klan erfreuen kann. Seinen Unterhaltungswert sichert sich der Film jedoch auf Kosten seines Themas und verliert wegen dieser Doppelmoral seine Wahrhaftigkeit, was einen zwiespältigen Eindruck hinterlässt.

Handlung:

Als im Jahr 1964 im Bundesstaat Mississippi drei Bürgerrechtsaktivisten verschwinden, entsendet das FBI die beiden Beamten Ward und Anderson. Bei ihren Ermittlungen stoßen die beiden schnell auf offene Fragen und Widersprüche. Sie erkennen, dass nahezu alle wichtigen Personen der Kleinstadt sich dem Ku-Klux-Klan verschrieben haben und jede Kooperation mit dem FBI verhindern. Selbst als Ward mehr Männer anfordert, kommen die Ermittlungen nur langsam voran. Schließlich sorgt die Gewalt des Klans für ein Umdenken – Anderson und Ward beginnen, den Spieß umzudrehen und ebenfalls dreckig zu kämpfen…

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Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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