Der öffentliche Feind

Regie: | Jahrzehnt: | Genre:


Filmkritik:

Nachdem Josef von Sternbergs Unterwelt im Jahr 1927 den Gangsterfilm ins amerikanische Kino einführte, setzte Der öffentliche Feind den ersten Höhepunkt und machte seinen charismatischen Hauptdarsteller James Cagney, der zunächst nur für eine Nebenrolle vorgesehen war, zum Star. Aus meiner Sicht wirkt sein Spiel hier allerdings noch etwas ungeschliffen, als wisse er noch nicht, wohin mit seiner Ausstrahlung. Mit Jean Harlow und Joan Blondell verfügt der Film derweil auch über weibliche Stars.

Der öffentliche Feind entstand in den letzten Zügen der der Pre-Code-Ära und zeigt Sex und Gewalt noch, ohne den kurze Zeit später eingeführten Regularien des Hays Code entsprechen zu müssen. Gerade von den dadurch möglichen denkwürdigen Szenen lebt der Film von William A. Wellmann und zeigt beispielsweise, wie eine Frau den betrunkenen Cagney verführt oder wie dieser voller Verachtung einer Affäre eine Grapefruit ins Gesicht drückt; szenenweise nimmt Wellmanns Werk die pessimistische Weltsicht des Film Noir vorweg.

Freilich rückt Der öffentliche Feind sein Geschehen noch in eine moralische Perspektive, 1931 wurde Amerika noch viel zu sehr von den Gangstern abseits der Leinwand terrorisiert, als das der Film das Geschehen nicht exemplarisch aufziehen würde: Wir bekommen also das klassische Muster von Aufstieg und Fall präsentiert, was natürlich recht vorhersehbar wirkt und inzwischen auch ein wenig altbacken, gerade im Vergleich zu den eigenständigeren Klassikern Scarface und Die wilden Zwanziger.

Interessant fällt dann das Finale aus. Cagneys Figur stürzt sich in ein Feuergefecht, doch Der öffentliche Feind zeigt es nicht, sondern lässt ihn ein Gebäude betreten und den Rest auf der Tonspur passieren. Scheinbar wurde hier der Versuch unternommen, ihn nicht zu heroisieren oder cool wirken zu lassen, was gelingt, doch gleichzeitig wirkt dieser Schlüsselmoment trotz der sich anschließenden besten Szene des Films (Cagney, angeschossen taumelnd, im nächtlichen Regen) wenig spektakulär, auch der Schluss bleibt eher blass.

Handlung:

Schon als Kinder hängen die Freunde Tom Powers und Matt Doyle ständig zusammen und geraten dabei früh auf die schiefe Bahn. Als dann die Prohibition in Kraft tritt und der Alkoholschmuggel sich zu einem enorm lukrativen Geschäftsfeld entwickelt, steigen die beiden ein und werden schnell reich, doch insbesondere der agressive Tom Powers macht sich auch Feinde…

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Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-15T17:16:28+00:00

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