Diesen Eindruck erweckt Series 7 gekonnt, indem er die typischen Elemente des Reality-TV einsetzt und dem Publikum mit einem schmissigen Vorspann auf das kommende „Unterhaltungsprogramm“ einschwört, in reißerischer Aufmachung die Kandidaten vorstellt. Wie bei einschlägigen Programmen setzt Minahans Werk typischen Elemente ein, unterbricht das Geschehen beispielsweise immer wieder mit Vor- und Rückblicken oder lässt die Protagonisten in Interviewsequenzen über ihre Situation und Emotionen sinnieren.
Besonders spaßig: Überraschende Entwicklungen (und davon gibt es einige) werden in pseudodramatischen Zeitlupen aufgebauscht, mit rührseliger Musik unterlegt oder gar „mit Schauspielern“ nachgestellt. Wer die ziemlich mäßige deutsche Synchronisation auswählt, rundet das Bild ironischerweise sogar noch ab, weil die Tonebene dann noch mehr an billig adaptiertes US-TV erinnert.
Aufgrund der rohen Bildgestaltung und dem klassischen 4:3-Bildformat bleibt Series 7 dabei auf dem Boden und erliegt keiner hysterischen Zeigefingermoral, sondern entwickelt sich um so wirkungsvoller, weil die satirische Überspitzung in den Details liegt, die Sensationslust eher untergründig entlarvt wird.
Paradoxerweise glänzt Series 7 trotz der präsenten satirischen Ebene auch durch hohe Unterhaltungswerte – die Auswahl der verschiedenen Figuren und ihre teils haarsträubenden Konflikte sorgen für einiges Gelächter und ihr drohender Tod für Spannung; hier findet jeder seinen Lieblingsprotagonisten zum Mitfiebern. Ist das nicht interessant, wie schnell wir uns auf ein derartiges „Programm“ einlassen können?
Letztlich macht Series 7 einen Heidenspaß und bietet Reflexionsmöglichkeiten zum Thema Reality-TV, ist ein sehenswertes Kleinod, das mal wieder beweist, wie viel ambitionierte Filmemacher mit wenigen Mitteln erreichen können.