Tanz der toten Seelen

Regie: | Jahrzehnt: | Genre:


Filmkritik:

Obwohl Tanz der toten Seelen nahezu ohne Budget gedreht wurde und daher nur auf einfachste Gestaltungsmittel zurückgreift, entwickelt der einzige Spielfilm von Herk Harvey schnell einen altmodischen Charme. Die schaurige Orgelmusik mag bisweilen zu ausführlich eingesetzt werden, sorgt jedoch auch für eine stimmige Atmosphäre.

Wirklich zu schocken vermag Tanz der toten Seelen das heutige Publikum nicht mehr, ein interessantes Kleinod bleibt der Horrorfilm dennoch und wirkt wie eine vereinfachte Blaupause für psychologischen Grusel, wie ihn später auch Roman Polanski oder David Lynch in ihren Werken einsetzten. Auch Harvey, der hauptsächlich Dokumentarfilme drehte, besitzt ein gutes Gespür für wirkungsvolle Bilder: Mittels simpler Doppelbelichtungseffekte, ungewöhnlicher Kamerapositionen und der Konzentration auf metaphorische Symbolik vermittelt Tanz der toten Seelen die Albtraumwelt seiner Protagonistin gekonnt.

Das niedrige Tempo und der zahme Spannungsbogen offenbaren, dass Harveys Werk schlecht gealtert ist, doch die subtilen visuellen Qualitäten und der Charme sorgen dennoch für ein solides Filmerlebnis, das durch das uneindeutige Finale hübsch abgerundet wird.

Von Harveys in Schwarz-Weiß gedrehtem Werk existiert auch eine nachträglich eingefärbte Version – ich empfehle, den Film im Original zu schauen; insbesondere die Geister kommen so deutlich besser zur Geltung.

Handlung:

Seit einem schweren Autounfall, den sie als einzige überlebt hat, ist die junge Mary nicht mehr dieselbe. Von schrecklichen Erinnerungen geplagt, flieht sie nach Salt Lake City, um sich dort als Kirchenorganistin durchzuschlagen. Aber auch hier findet sie keinen Frieden: Immer wieder sieht sie sich von schemenhaften Gestalten und fratzenhaften Gesichtern verfolgt. Ein ausgedienter, verfallener Vergnügungspark am Ufer eines Sees übt auf Mary eine geheimnisvolle Anziehungskraft aus. Dort scheint die Heimstatt der toten Seelen zu sein, die Mary zu sich ins Schattenreich rufen…

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Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-27T16:30:02+00:00

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