Ridley Scotts wegweisender Klassiker Alien zählt zu den Meilensteinen der Filmgeschichte und stellt die elementare Schnittstelle zwischen Science-Fiction und Horrorgenre dar. Mit seiner anachronistischen Inszenierung und ungewöhnlichen Motiven setzte Alien Maßstäbe und interpretierte den zeitgenössischen Horrorfilm neu.

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Filmkritik:

Schon die berühmte Eröffnungsszene stimmt das Publikum auf die folgenden Geschehnisse ein: Die Kamera gleitet durch ein menschenleeres Raumschiff, zeigt enge, schmucklose Gänge aus Stahl und verwaiste Computerterminals. Hier stellt Alien von vorneherein klar, dass dies keine Zukunftsvision der schnittigen Star Wars-Raumgleiter ist und die Sterne verheißungsvoll glänzen – das All ist kalt und bedrohlich und die Nostromo ein dreckiger alter Frachter.

Hier hier wird auch die Saat für die klaustrophobische Atmosphäre gesät und für das langsame Tempo; beide Elemente werden später die Auswegslosigkeit der Situation verdeutlichen und damit viel Spannung erzeugen. Der Schrecken des Films baut sich langsam auf und unkonkret. Durch das Fehlen von Musik steigert sich das Suspense zusätzlich und erfährt eine weitere Steigerung, wenn das titelgebende Geschöpf sich schließlich über die Besatzung hermacht – ein omnipräsentes dumpfes Herzklopfen untermalt die Szenen und erweckt den Eindruck, das Alien wäre stets in greifbarer Nähe.

Dabei wirkt die Crew ohnehin schon verwundbar, denn Heldenfiguren sieht das Script nicht vor – die Protagonisten sind Mechaniker und einfache Techniker, keine Soldaten und nicht mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet. Dank der Zeit, die sich Alien zu Beginn für sie nimmt, wirken sie wunderbar natürlich, eine Identifikation mit ihnen fällt leicht. Dass dann letztlich ausgerechnet eine Frauenfigur das Tablet dominiert, zählt zu den weiteren Besonderheiten des Films und bietet auch einen Nährboden für die für das Horrorgenre typischen sexuellen Konnotationen, die der Film mit seinen vielen Phallussymbolen und -Motiven bedient.

Das oscarprämierte Design des Alien und seiner Behausungen stammt vom Schweizer Künstler HR Giger und sorgt auch heute noch für grausige Faszination, zumal das mörderische Geschöpf nur in wenigen Szenen zu sehen ist; auch in diesem Punkt verzichtet Alien auf Effekthascherei und zieht seine Spannung aus dem Unsichtbaren. Szenenweise, insbesondere in den zwanzig Minuten vor dem Finale, verliert Scotts Werk etwas an Dynamik, doch das bleibt nur eine Fußnote für den handwerklich und narrativ äußerst souveränen Klassiker, dessen eisige Atmosphäre sich längst als zeitlos erwiesen hat.

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DIE ÄRA

Die durch die neuen Wellen der Sechziger Jahre eingeleiteten Veränderungen nahmen auch in den Siebzigern Einfluss. In den USA entstand das New Hollywood und in Europa u.a. der Neue Deutsche Film. Erstmals kumulierten hohe Studiobudgets und die Kreativität junger Regisseure. Gegen Ende der Siebziger sorgte eine neue Entwicklung für die Wende: Die ersten Blockbuster erschienen und etablierten das Konzept marketinginduzierter Kino-Franchises.

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DAS GENRE

Der Science-Fiction-Film besitzt eine Vielzahl von Ausprägungen: Erdbesuche von Alien und die Erkundung fremder Planeten zählen ebenso zum Repertoire wie dystopische Dramen und Zeitreisefilme. Dabei ergeben sich oft Schnittstellen zu anderen Genres – vom Horrorfilm bis zur Komödie ist im Sci-Fi-Setting alles möglich.

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ÜBER DEN KRITIKER

Tom Schünemann

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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