Am Rande des Rollfelds ist nicht weniger als der beste Kurzfilm der Kinogeschichte. Der 28 Minuten kurze Experimentalfilm des britischen Regisseurs Chris Marker fußt auf einem narrativen Geniestreich – das Werk erzählt seine apokalyptische Vision (auf der Terry Gilliams Film 12 Monkeys basiert) fast ausschließlich in Standbildern, einer mit Geräuschen unterlegten Diashow nicht unähnlich.

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Filmkritik:

Das macht hochgradig Sinn und bezieht sich direkt auf den Inhalt, weil das Publikum gezwungen wird, Zeit völlig anders als gewohnt wahrzunehmen. Wo diese sich im herkömmlichen Film über eine Abbildung von fortlaufenden Bewegungen definiert, unterliegt der zeitreisende Protagonist von Am Rande des Rollfelds einer gänzlich anderen Wahrnehmung.

Verwirrt und mit psychologischen Härten kämpfend, reduziert sich das Sein der Hauptfigur auf starre Fragmente, die nahezu beliebig austauschbar erscheinen – die ausschließliche Nutzung von Standbildern spiegelt das brillant wieder und unterwirft den Zuschauer gekonnt der sprunghaften, unvollkommenen Perspektive des Protagonisten.

Abgesehen von der hochinteressanten Narration fesselt Am Rande des Rollfelds mit einer enorm dichten, beklemmenden Atmosphäre und bietet ein hypnotisches Filmerlebnis. Aufgrund der tollen Geschichte, die so einige Details zur Interpretation anbietet und des emotionalen Finales beschäftigt Markers Meisterwerk über die Spielzeit hinaus.

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DIE GATTUNG

Als Kurzfilme gelten Werke mit einer Spielzeit von unter 50 Minuten. In ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts oft als Lückenfüller in Kinos eingesetzt, verschwanden Kurzfilme zunehmend aus dem öffentlichen Fokus. Für Experimentalfilmer und angehende Regisseure blieben Kurzfilme jedoch ein Mittel, um ihre Vorstellungen ohne große Budgets umzusetzen. Dabei entstanden viele Arbeiten, die trotz ihrer eingeschränkten Laufzeit zum Kanon der Kinogeschichte zählen.

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Der Science-Fiction-Film besitzt eine Vielzahl von Ausprägungen: Erdbesuche von Alien und die Erkundung fremder Planeten zählen ebenso zum Repertoire wie dystopische Dramen und Zeitreisefilme. Dabei ergeben sich oft Schnittstellen zu anderen Genres – vom Horrorfilm bis zur Komödie ist im Sci-Fi-Setting alles möglich.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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