Am Rande des Rollfelds – La Jetée

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Am Rande des Rollfelds ist nicht weniger als der beste Kurzfilm der Kinogeschichte. Der 28 Minuten kurze Experimentalfilm des britischen Regisseurs Chris Marker fußt auf einem narrativen Geniestreich – das Werk erzählt seine apokalyptische Vision (auf der Terry Gilliams Film 12 Monkeys basiert) fast ausschließlich in Standbildern, einer mit Geräuschen unterlegten Diashow nicht unähnlich.

Das macht hochgradig Sinn und bezieht sich direkt auf den Inhalt, weil das Publikum gezwungen wird, Zeit völlig anders als gewohnt wahrzunehmen. Wo diese sich im herkömmlichen Film über eine Abbildung von fortlaufenden Bewegungen definiert, unterliegt der zeitreisende Protagonist von Am Rande des Rollfelds einer gänzlich anderen Wahrnehmung: Verwirrt und mit psychologischen Härten kämpfend, reduziert sich das Sein der Hauptfigur auf starre Fragmente, die nahezu beliebig austauschbar erscheinen – die ausschließliche Nutzung von Standbildern spiegelt das brillant wieder und unterwirft den Zuschauer gekonnt der sprunghaften, unvollkommenen Perspektive des Protagonisten.

Abgesehen von der hochinteressanten Narration fesselt Am Rande des Rollfelds mit einer enorm dichten, beklemmenden Atmosphäre und bietet ein hypnotisches Filmerlebnis. Aufgrund der tollen Geschichte, die so einige Details zur Interpretation anbietet und des emotionalen Finales beschäftigt Markers Meisterwerk über die Spielzeit hinaus.

Handlung:

Nach dem dritten Weltkrieg: Mittels experimenteller Technik wird ein Mann von dem inzwischen unterirdisch lebenden Rest der Menschheit zurück in die Vergangenheit geschickt, um Medikamente, Nahrung und Energiequellen in die Zukunft zu transportieren. Doch die heile Vergangenheit gefällt dem Mann schnell besser als die Zukunft. Vor allem, als er die Frau aus einer beinahe verschollenen Erinnerung trifft und sich in sie verliebt. Doch kann er in der Vergangenheit bleiben? Für seine Auftraggeber ist das ganz und gar keine Option.

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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