12 Monkeys stellt wahrscheinlich den bekanntesten Film von Terry Gilliam dar und bietet schöne Kost für Fans von Zeitreisefilmen. Insbesondere in der ersten Hälfte macht 12 Monkeys vieles richtig und glänzt durch die für Gilliam typische Stärken: So überzeugt die Bildsprache (vor allem wegen des unheimlich detailreich und expressiv gestalteten Setdesigns), was schnell ein düsteres Bild von der Zukunft der Menschheit zeichnet – in unmenschlichen Verhältnissen unter der Erde lebend, von einer unbarmherzigen, kafkaesken Führungselite geleitet.

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Zudem kommt Gillians gute Schauspielerführung zum Tragen: Während Brad Pitt in der dankbaren Rolle eines Verrückten mit einer starken Leistung seine noch junge Karriere ankurbelte, glänzt vor allem Bruce Willis in einer ungewohnt emotionalen Rolle und beweist, dass er nicht auf wortkarge, hartgesottene Charaktere festgelegt ist.

In der zweiten Hälfte gestaltet sich 12 Monkeys deutlich konventioneller und verliert deutlich an Spannung – das Geschehen wirkt narrativ etwas umständlich, prägnante Szenen bleiben aus und die Beziehung zwischen den Figuren seltsam rudimentär und funktionell. Erst in seinem Finale kann 12 Monkeys dann wieder mit Originalität punkten und hinterlässt einen insgesamt guten Eindruck, bietet unterhaltsames Hollywoodkino mit einigen unkonventionellen Nuancen.

Doch wie unfair ist es, einen konventionellen Hollywoodfilm mit einem avantgardistischen Kurzfilm zu vergleichen? Im Falle von 12 Monkeys komme ich nicht drum herum, basiert er doch auf Chris Markers Meisterwerk Am Rande des Rollfelds, den ich für den besten Kurzfilm der Kinogeschichte halte. Im direkten Vergleich bleibt festzuhalten, dass Gilliams Werk trotz seiner fünf Mal so langen Laufzeit weder die inhaltliche Tiefe, noch die Düsternis seiner Vorlage erreicht, sondern tatsächlich nur dessen geniale Idee aufgreift.

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DIE ÄRA

In den Neunziger Jahren wurden Filme ein Objekt der Popkultur. Die amerikanische Vermarktung erhob Blockbuster zum Massenphänomen, das weit über den Filmkonsum hinaus ging. Zeitgleich bildeten eine lebendige Independentfilmszene und ein erstarktes Arthousekino den Gegenpol. Auch dank der VHS-Kassetten entwickelte das Medium Film eine ungeahnte Vielfalt.

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Der Science-Fiction-Film besitzt eine Vielzahl von Ausprägungen: Erdbesuche von Alien und die Erkundung fremder Planeten zählen ebenso zum Repertoire wie dystopische Dramen und Zeitreisefilme. Dabei ergeben sich oft Schnittstellen zu anderen Genres – vom Horrorfilm bis zur Komödie ist im Sci-Fi-Setting alles möglich.

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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