Wohl kaum eine japanische Filmfigur dürfte derart bekannt sein wie Godzilla, der 1954 seinen globalen Erfolgszug antrat und inzwischen längst in der weltweiten Popkultur verankert ist. Beinahe drei Dutzend Epigonen und zahlreiche gegnerische Monster, Aliens und Mutanten später sollte jedoch nicht vergessen werden, dass der launigen Riesenechsenunterhaltung ein ernster Kern innewohnt.

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Filmkritik:

Neun Jahre, nachdem die Atomschläge auf Hiroshima und Nagasaki die Weltkriegsniederlage Japans besiegelten und ein ganzes Land traumatisierten, wurde der Eindruck der atomaren Bedrohung erneuert, als bei einem Atomwaffentest der Amerikaner im pazifischen Bikini-Atoll ein japanisches Fischerboot mitsamt Besatzung radioaktiv verseucht wurde.

Die omnipräsente atomare Gefahr der Zukunft antizipierte ein Produzent der Toho-Filmstudios und personifizierte den Schrecken in Form eines gewaltigen Monsters, das durch einen Atomwaffentest geweckt wurde und nun Japan (erneut) in Schutt und Asche zu legen droht.

Im Gegensatz zu den späteren Werken agiert das Monster in Godzilla also als Gefahr statt als Beschützer und spielt dennoch nur eine Nebenrolle als metaphorischer Bedrohungsherd. Im Zentrum des Films von Ishirô Honda stehen derweil einige Menschen mit ihren ganz eigenen Problemen, die durch das katalytische Auftreten von Godzilla gesteigert werden.

Auch aufgrund der eher hölzernen Darsteller funktioniert Hondas Werk jedoch immer dann am besten, wenn sein 50 Meter hoher Hauptdarsteller in Aktion tritt und das liebevoll mit Miniaturmodellen gestaltete Tokio zerstört. Die Effekte mögen oft als solche zu erkennen sein, dem Vergnügen tut dies jedoch keinen Abbruch, zumal es dem Film dank der stimmigen Schwarz-Weiß-Bilder gelingt, eine bedrohliche Atmosphäre zu erzeugen und Genrefans solide Unterhaltung bietet.

Weniger befriedigend fällt das Finale aus, das sich relativ plump eines deus ex machina bedient und damit keinen Originalitätspreis gewinnt. Der mahnende Schluss, der erneut vor den Gefahren der Atomkraft warnt, stimmt hingegen nachdenklich und bleibt im Gedächtnis.

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DIE ÄRA

In den Fünfziger Jahren befanden sich die weltweiten Studiosysteme auf dem Zenit ihrer Schaffenskraft. In den Vereinigten Staaten, Japan und Frankreich versammelten die Studios eine ungeheure Menge an Talent und veröffentlichten dank des geballten Produktionsniveaus zahllose Meisterwerke. Einen gewichtigen Anteil daran ist auch den Regisseuren zuzuschreiben, die sich innerhalb des Systems Freiheiten erkämpften und so ihr Potenzial ausspielen konnten.

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