The Road

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Filmkritik:

Mit The Road wagte sich der australische Regisseur John Hillcoat 2009 an eine Verfilmung des gleichnamigen Romans, der bereits bei seiner Veröffentlichung im Jahr 2006 zum unverfilmbaren Literaturklassiker geadelt wurde.

Das nur 250 Seiten umfassende Buch von Cormac McCarthy, der im Jahr zuvor schon durch No Country For Old Men Meriten verdiente und sicherlich irgendwann den Literaturnobelpreis erhalten wird, spielt im postapokalyptischen Amerika und handelt von der Odyssee eines Vaters und seines Sohnes, die den atomaren Winter hinter sich lassen wollen und nach Mexiko unterwegs sind. Doch wie so oft bei großer Literatur dreht sich der Roman weniger um den Plot als um den besonderen Geist der Wörter. McCarthys formale Strenge, seine knappe und doch überaus prägnante Sprache transportiert die Kälte und Starrheit dieser zerstörten Welt auf einmalige Weise. Doch wie adaptiert man Dialoge ohne Anführungszeichen und wie erzeugt man das Gefühl einer Welt ohne Namen, in der „der Mann“ und „der Junge“ hungernd durch die Einöde stapfen?

Erfreulicherweise versucht sich die Hollywood-Adaption durchaus daran, McCarthys Strenge zu übertragen, anstatt sich nur dessen Handlung zu borgen. Überraschend konsequent schildert der Film die durch heftige Farbfilter eingetrübte Welt, die ausschließlich aus Grautönen besteht und keine Sonne kennt. Auch beim Plot hält sich The Road eng an die Vorlage und spart nur einige grausige Details aus; die Dramaturgie des Films wirkt im Vergleich zu konventionellen Werken aus Hollywood durchaus untypisch und eigenständig.

Dennoch gelingt es Hillcoat nicht, mehr als eine bemühte Light-Fassung vorzulegen. Trotz der für Hollywood unüblichen Konsequenz erzeugt The Road zu keinem Zeitpunkt die existenziellen Ängste des Romans, noch erreicht der Film die eiskalte Emotionalität der Vorlage. Wo die formale Nüchternheit McCarthys einen Kontrast zum dramatischen Inhalt formt, kann Hillcoat der Nüchternheit des Films nichts entgegensetzen, sodass The Road immer etwas zu distanziert wirkt – zu selten hallt die Wortgewalt des Buches in Hillcoats Bildern nach.

The Road ist eine durchaus ehrbare, aber nicht gänzlich überzeugende Literaturverfilmung. Dank seiner tristen Atmosphäre und der überzeugenden Darsteller liefert Hillcoats Adaption ein ordentliches Endzeiterlebnis und macht im Idealfall neugierig auf einen Roman, der seine Verfilmung deutlich in den Schatten stellt.

Handlung:

Die Zivilisation, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Alles was geblieben ist, sind vage Erinnerungen an längst vergangene Zeiten. Die Welt, durch die ein Mann und sein Sohn streifen, gleicht einer apokalyptischen Mondlandschaft: Grau, mit Asche bedeckt, zerstörte Straßen, verbrannte Bäume, verlassene Häuser, hungernde, verzweifelte Menschen. Kannibalismus und Gewalt herrschen überall. Der einzige ständige Begleiter der beiden ist die Angst. Im Süden, entlang des Ozeans, scheint ein besseres Leben möglich zu sein. Diese Hoffnung erhält Vater und Sohn den letzten Rest Lebensmut…

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Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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