Lange vor Star Wars startete Regisseur George Lucas seine Karriere mit dem Debütfilm THX 1138. Der dystopische Sci-Fi-Klassiker zählt zum New Hollywood-Kino und gibt sich dementsprechend gesellschaftskritisch. Lucas‘ Werk schildert eine repressive Staatsmacht, die ihre Bürger zu willenlosen Konsumenten degradiert hat.

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Filmkritik:

Auch mehr als vier Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung noch ein lohnenswertes Filmerlebnis und wirkt noch erstaunlich kantig. Der dem damaligen Zeitgeist widersprechende, düstere Science-Fiction-Film lässt sich zu Beginn viel Zeit, das bedrückende Setting zu etablieren und uns Zuschauern ein Gefühl für die Gesellschaftsordnung der Zukunft zu vermitteln.

Wegen des niedrigen Budgets hält die Zukunft für seine Bewohner eine schmucklose, simpel gestaltete Umgebung bereit – dem ansehnlichen Produktionsdesign gelingt es, die Bauten futuristisch und trist zugleich wirken zu lassen und hat sich nach all der Zeit gut gehalten. In Verbindung mit der ruhigen Kamera evoziert THX 1138 schnell das Bild einer starren Gesellschaft voller lebloser Existenzen, die den Maschinen ähneln, die sie bedienen.

Inhaltlich schaut sich THX 1138 wie viele andere dystopischen Werke das meiste bei den gängigen Literaturklassikern von Orwell und Huxley ab – der Plot entwickelt sich geradlinig und schlicht, funktioniert jedoch aufgrund der dichten Stimmung gut. Nur der szenenweise aufkommende Humor irritiert bisweilen – einerseits lockert er das Geschehen etwas auf und stellt damit einen Kompromiss zwischen trister Zukunftsvision und Unterhaltungsanspruch dar, verwässert jedoch auch die Atmosphäre sowie die Ernsthaftigkeit.

Die gut aufgelegten, natürlich wirkenden Darsteller und die Dynamik der zweiten Filmhälte runden THX 1138 ab. Lucas‘ Klassiker mag nicht der fesselnste Film sein, weil sich die Bedrohungen der Akteure in Grenzen halten, doch die Ausgestaltung einer stimmungsvollen Zukunftsvision ist ihm gelungen.

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DIE ÄRA

Die durch die neuen Wellen der Sechziger Jahre eingeleiteten Veränderungen nahmen auch in den Siebzigern Einfluss. In den USA entstand das New Hollywood und in Europa u.a. der Neue Deutsche Film. Erstmals kumulierten hohe Studiobudgets und die Kreativität junger Regisseure. Gegen Ende der Siebziger sorgte eine neue Entwicklung für die Wende: Die ersten Blockbuster erschienen und etablierten das Konzept marketinginduzierter Kino-Franchises.

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DIE STRÖMUNG

Mitte der Sechziger Jahre gelangte das traditionelle Hollywood-Kino an einen kreativen Nullpunkt, der eine neue Strömung ermöglichte. Das New Hollywood legte die kreative Kontrolle der Produzenten in die Hände junger Regisseure, die so unkonventionelle Filme drehen konnten. Gesellschaftskritische Werke mit Außenseitern als Protagonisten sorgten für die Wiederbelebung des amerikanischen Kinos.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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