Mit seinem zweiten Werk Zusammen! ergänzte der schwedische Filmemacher Lukas Moodysson seine vor allem aus drastischen Dramen wie Lilja 4-ever oder A Hole In My Heart bestehende Vita um eine lockere Komödie. Der Film über das turbulente Zusammenleben einer Kommune in den Siebziger Jahren trifft stets den richtigen Ton und zählt zu den Highlights in der Filmografie des Schweden.

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Filmkritik:

An einer politischen Auseinandersetzung oder gar an einer Analyse des Scheiterns der 68er-Bewegung versucht sich Moodysson indes nicht, auch auf die aus späteren Werken bekannten kontroversen Elemente verzichtet der Regisseur und überlässt die krassen Überspitzungen Lars von Triers Kommunengroteske Idioten.

Zwar stellt auch Zusammen! die Schrullen der linksgerichteten WG-Bewohner offen aus, nähert sich seinem runden Dutzend Protagonisten aber auf liebenswerte Art und Weise. Wie so oft spiegelt Moodysson das Verhalten der Erwachsenen vornehmlich durch die Augen der Kinder, die mit ihrer unvoreingenommene Perspektive die Wirren ihrer Eltern am ehesten erkennen und kritisch reflektieren. „Hier ist es wie bei den Kindern von Bullerbü, die Leute machen von allem immer das Gegenteil.“

Dabei fährt der Film eine ganze Reihe von Konflikten auf, denen allem Humor zum Trotz durchaus tragisches Potenzial innewohnt. Zusammen! erzählt nicht nur vom lustigen Kommunentrubel, sondern auch von einem einsamen Mann, der immer wieder sein Abflussrohr demontiert, um den Klempner rufen zu können, damit er jemanden zum Reden hat. Der Klempner selbst ist dafür ebenfalls dankbar, trinkt er doch zuviel und hat seine Frau geschlagen, die ihn verlassen hat und in die Kommune gezogen ist. Ihre beiden Kinder, die die Trennung nur mühsam verarbeiten, werden fortan als Sonderlinge in der Schule gemobbt.

Diesen Konfliktherden begegnet Zusammen! mit einer positiven Offenheit und einer utopischen „Alles wird gut“-Attitüde, die sich in dieser filmischen Realität auch erfüllt. Die Warmherzigkeit von Moodyssons Werk mag altmodisch wirken oder ein bisschen soft für unsere heutige, abgebrühte Perspektive, doch die dahinterliegende Grundhaltung bietet eine lebensbejahende Wahrhaftigkeit, die uns vielleicht auch ganz gut tut. Sie erinnert daran, das Leben und uns selbst nicht immer so ernst zu nehmen. Darüber hinaus beinhaltet Zusammen! einige herrlich absurde Szenen, kombiniert seinen gutmütigen Humor mit viel Charme und unterhält vortrefflich.

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DAS GENRE

Die Komödie zählt zu den Grundfesten des Kinos und funktioniert – wie auch der Horrorfilm – affektgebunden. Deshalb bringt uns der Slapstick aus den Stummfilmen von Charlie Chaplin genauso zum Lachen wie die rasenden Wortgefechte der Screwball-Komödien aus den Dreißiger Jahren, die spleenigen Charaktere von Woody Allen oder die wendungsreichen Geschichten von Billy Wilder.

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ÜBER DEN KRITIKER

Tom Schünemann

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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