Bitterer Reis zählt zu den Vertretern des Italienischen Neorealismus, transportiert seine Gesellschaftskritik jedoch im Gegensatz zu den anderen Werken der Strömung weniger nüchtern und dokumentarisch, sondern setzt deutlicher auf Krimi-Elemente, Melodramatik und die Reize seiner Hauptdarstellerinnen.

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Filmkritik:

Der Film von Giuseppe De Santis schildert das Leben der Mondinas, den Saisonarbeiterinnen auf den Reisfarmen Norditaliens. Die Frauen arbeiteten unter körperlich harten Bedingungen für einen kargen Lohn, zählten jedoch auch zu den ersten Gruppen, die sich im Arbeitskampf behaupten konnten, eine Gewerkschaft gründeten und den Acht-Stunden-Tag erkämpften.

Zunächst beginnt Bitterer Reis als Kriminalfilm: Die Freundin eines Diebes erklärt sich bereit, die Beute zu verstecken und mischt sich dazu unter die Mondinas. Einmal auf der Reisfarm angekommen, beginnt sie sich mit ihren Kolleginnen zu solidarisieren, bis ihr Komplize sie aufsucht und die zwei grundlegenden Konflikte – die kriminelle Vergangenheit der beiden sowie die nicht mehr vorhandene Gefühlsbindung – angefacht werden. Die Idee, die existenziellen Probleme der Arbeiterinnen etwas dynamischer zu verpacken, ist nicht verkehrt, in Bitterer Reis bleibt das Vorhaben jedoch Stückwerk und offenbart insbesondere im letzten Drittel des Films erzählerische Schwächen und ein großes Maß an Melodramatik. Zumindest das Finale erweist sich als relativ effektvoll.

Auch das für Zeitgenossen hervorstechendste Merkmal des Films, die 1949 noch als verrucht geltende Darstellung der schwitzenden Frauen mit ihren nackten Beinen und knappen, weil praktischeren Kleidern, erzeugt aus heutiger Sicht deutlich weniger Wirkung.

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DIE ÄRA

Die Vierziger Jahre wurden durch den Zweiten Weltkrieg geprägt. Die pessimistische Weltlage schwappte in die Filmwelt über und sorgte für einen ernsteren Tonfall und düstere Bilder. Gleich zwei Strömungen von Weltruf entstanden in diesem Jahrzehnt: Der Film Noir mit seinen harten Genrefilmen und der Italienische Neorealismus mit seinem Pessimismus.

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DIE ÄRA

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DIE STRÖMUNG

Noch während des Zweiten Weltkrieges schwang sich der Italienische Neorealismus zu einer bedeutenden Filmströmung auf, die sich nach dem Ende des Krieges voll entfaltete. Die Werke dieser Ära schildern die kläglichen Lebensumstände der unteren Bevölkerungsschichten und nutzen dabei eine semidokumentarische Inszenierung, die den Filmen zugunsten der Wahrhaftigkeit alles Künstliche austreiben sollte.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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