Der Film von Giuseppe De Santis schildert das Leben der Mondinas, den Saisonarbeiterinnen auf den Reisfarmen Norditaliens. Die Frauen arbeiteten unter körperlich harten Bedingungen für einen kargen Lohn, zählten jedoch auch zu den ersten Gruppen, die sich im Arbeitskampf behaupten konnten, eine Gewerkschaft gründeten und den Acht-Stunden-Tag erkämpften.
Zunächst beginnt Bitterer Reis als Kriminalfilm: Die Freundin eines Diebes erklärt sich bereit, die Beute zu verstecken und mischt sich dazu unter die Mondinas. Einmal auf der Reisfarm angekommen, beginnt sie sich mit ihren Kolleginnen zu solidarisieren, bis ihr Komplize sie aufsucht und die zwei grundlegenden Konflikte – die kriminelle Vergangenheit der beiden sowie die nicht mehr vorhandene Gefühlsbindung – angefacht werden. Die Idee, die existenziellen Probleme der Arbeiterinnen etwas dynamischer zu verpacken, ist nicht verkehrt, in Bitterer Reis bleibt das Vorhaben jedoch Stückwerk und offenbart insbesondere im letzten Drittel des Films erzählerische Schwächen und ein großes Maß an Melodramatik. Zumindest das Finale erweist sich als relativ effektvoll.
Auch das für Zeitgenossen hervorstechendste Merkmal des Films, die 1949 noch als verrucht geltende Darstellung der schwitzenden Frauen mit ihren nackten Beinen und knappen, weil praktischeren Kleidern, erzeugt aus heutiger Sicht deutlich weniger Wirkung.