Bitterer Reis

Regie: | Jahrzehnt: | Genre:
Strömung: |

Filmkritik:

Bitterer Reis zählt zu den Vertretern des Italienischen Neorealismus, transportiert seine Gesellschaftskritik jedoch im Gegensatz zu den anderen Werken der Strömung weniger nüchtern und dokumentarisch, sondern setzt deutlicher auf Krimi-Elemente, Melodramatik und die Reize seiner Hauptdarstellerinnen.

Der Film von Giuseppe De Santis schildert das Leben der Mondinas, den Saisonarbeiterinnen auf den Reisfarmen Norditaliens. Die Frauen arbeiteten unter körperlich harten Bedingungen für einen kargen Lohn, zählten jedoch auch zu den ersten Gruppen, die sich im Arbeitskampf behaupten konnten, eine Gewerkschaft gründeten und den Acht-Stunden-Tag erkämpften.

Zunächst beginnt Bitterer Reis als Kriminalfilm: Die Freundin eines Diebes erklärt sich bereit, die Beute zu verstecken und mischt sich dazu unter die Mondinas. Einmal auf der Reisfarm angekommen, beginnt sie sich mit ihren Kolleginnen zu solidarisieren, bis ihr Komplize sie aufsucht und die zwei grundlegenden Konflikte – die kriminelle Vergangenheit der beiden sowie die nicht mehr vorhandene Gefühlsbindung – angefacht werden. Die Idee, die existenziellen Probleme der Arbeiterinnen etwas dynamischer zu verpacken, ist nicht verkehrt, in Bitterer Reis bleibt das Vorhaben jedoch Stückwerk und offenbart insbesondere im letzten Drittel des Films erzählerische Schwächen und ein großes Maß an Melodramatik. Zumindest das Finale erweist sich zumindest als relativ effektvoll.

Auch das für Zeitgenossen hervorstechendste Merkmal des Films, die 1949 noch als verrucht geltende Darstellung der schwitzenden Frauen mit ihren nackten Beinen und knappen, weil praktischeren Kleidern, erzeugt aus heutiger Sicht deutlich weniger Wirkung.

Handlung:

Der Juwelendieb Walter befindet sich mit seiner Beute auf der Flucht vor der Polizei und übergibt sie seiner Freundin Francesca, die sich unter die Saisonarbeiterinnen mischt, die zur Reisernte in der Poebene reisen. Dort macht sie Bekanntschaft mit Silvana, die mit der harten Arbeit unzufrieden ist und sich lieber ein leichtes Leben in Luxus machen würde. Silvana findet das Geheimnis von Francesca und ihrem nachgereisten Freund heraus. Nun überstürzen sich die Probleme – Francesca verliebt sich neu und freundet sich mit dem ehrlichen Leben an, während Walter seine Beute zurückhaben und Silvana einen Anteil will.

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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