Catch-22

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Filmkritik:

Catch-22 beruht auf Joseph Hellers gleichnamigem Roman, der nicht nur irgendein Buch ist, sondern zu den stilprägendsten und vielschichtigsten Werken seiner Zeit zählt. Heller schildert in zahllosen Episoden den Wahnsinn des Krieges, verleiht ihm kafkaeske Züge und berührt am Ende doch mit viel Menschlichkeit.

Für ein solches Anforderungsprofil ist der feinsinnige Regisseur Mike Nichols durchaus prädestiniert, doch in diesem Fall misslang seine Adaption. Eigentlich macht der Film vieles richtig und fährt ein tolles Ensemble um Alan Arkin, Orson Welles, Martin Sheen und John Voight auf, die allesamt ihr hohes Niveau abrufen können. Zudem deuten die passive Kameraarbeit und die schlichten Kulissen an, dass Nichols sich mehr auf inhaltliche als formale Aspekte konzentrieren wollte.

Überraschenderweise stellt das Drehbuch die Achillesferse von Catch-22 dar. Ohne die literarischen mit den filmischen Ausdrucksmöglichkeiten vergleichen zu wollen – dem Script gelingt es nur im groben Ansatz, die Essenz des Romans wiederzugeben; dutzende Feinheiten, unzählige Figuren und prägnante Szenen wurden stark gekürzt oder ganz herausgestrichen, was den ohnehin episodenhafte Plot grob in teilweise unverständliche Fragmente zerhackt.

Übrig bleibt letztlich nur die laue Oberfläche des Romans, dessen Motive zugunsten von einigen mäßigen Slapsticknummern in den Hintergrund rücken. Catch-22 wird weder der Figurenzeichnung, noch dem absurden Ernst der Vorlage gerecht.

Handlung:

Weil die Anzahl der benötigten Feindflüge beinahe wöchentlich heraufgesetzt wird und damit jeglichen Heimaturlaub verhindert, will sich Bomberpilot Yossarian für verrückt erklären lassen, was an paradoxen Richtlinien zu scheitern droht. Gleichzeitig versuchen sich die Generäle gegenseitig auszustechen, ein Lieutenant baut unter Ausnutzung des militärischen Apparates ein lukratives internationales Handelsunternehmen auf, ein als tot deklarierter Militärarzt versucht, wieder für lebendig erklärt zu werden und ein Major namens Major empfängt nur Besuch, wenn er keinen Besuch empfangen kann.

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-24T14:06:12+00:00

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