Für ein solches Anforderungsprofil ist der feinsinnige Regisseur Mike Nichols durchaus prädestiniert, doch in diesem Fall misslang seine Adaption. Eigentlich macht der Film vieles richtig und fährt ein tolles Ensemble um Alan Arkin, Orson Welles, Martin Sheen und John Voight auf, die allesamt ihr hohes Niveau abrufen können. Zudem deuten die passive Kameraarbeit und die schlichten Kulissen an, dass Nichols sich mehr auf inhaltliche als formale Aspekte konzentrieren wollte.
Überraschenderweise stellt das Drehbuch die Achillesferse von Catch-22 dar. Ohne die literarischen mit den filmischen Ausdrucksmöglichkeiten vergleichen zu wollen – dem Skript gelingt es nur im groben Ansatz, die Essenz des Romans wiederzugeben; dutzende Feinheiten, unzählige Figuren und prägnante Szenen wurden stark gekürzt oder ganz herausgestrichen, was den ohnehin episodenhafte Plot grob in teilweise unverständliche Fragmente zerhackt.
Übrig bleibt letztlich nur die laue Oberfläche des Romans, dessen Motive zugunsten von einigen mäßigen Slapsticknummern in den Hintergrund rücken. Catch-22 wird weder der Figurenzeichnung, noch dem absurden Ernst der Vorlage gerecht.