The Big Lebowski

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Filmkritik:

Neben Pulp Fiction zählt The Big Lebowski sicherlich zu den bekanntesten und beliebtesten postmodernen Werken der Neunziger Jahre und erfährt seit vielen Jahren eine Verehrung als Kultfilm. Wo Tarantino noch klar ausformulierte Genrebestandteile nutzte, gingen die Gebrüder Coen deutlich konsequenter zu Werke und ließen kaum ein Plotelement auf dem anderen, dekonstruierten die Figurenanordnung und das Handlungsgerüst derart, dass sich durchaus sagen lässt, The Big Lebowski handele letztlich von gar nichts mehr und macht dabei dennoch einen Heidenspaß.

Das Drehbuch orientiert sich grundsätzlich an den Film Noirs der Vierziger Jahre und entwirft ein ähnliches Szenario wie Tote schlafen fest, dessen Plot ebenfalls viele Irrungen und Wirrungen auffährt und in Form von Humphrey Bogarts Protagonisten eine ähnliche Heldenfigur aufweist. Bogarts Helden agieren meist passiv und wirken auf andere Figuren ein, die dadurch letztlich zur Auseinandersetzung gezwungen werden; The Big Lebowski handhabt dies ähnlich, ersetzt den cleveren Detektiv jedoch durch einen, nein, durch den Dude.

Es lässt sich schwer behaupten, der Dude wäre eine Bereicherung für die Gesellschaft. Der arbeitslose, am liebsten zu Walgesängen in der Badewanne liegende und dabei zwischen White Russian und Marihuana wechselnde Späthippie mag das Herz am rechten Fleck haben, interessiert sich in seinem Alltag jedoch nur für Bowling und dürfte der passivste Held der Filmgeschichte sein.

Dabei erweist sich der von Jeff Bridges wunderbar gespielte Dude nur als einer unter vielen skurrilen Gestalten in dem Figurenkonglomerat, das die Coen-Brüder hier auftischen. Während die Handlung immer verworrener gerät, tauchen immer mehr schräge Vögel auf und sorgen für noch größere Verwirrung, sodass niemand mehr weiß, was überhaupt vor sich geht, Zuschauer inklusive. Das Leben als Nummernrevue – ohne laute Gags, aber mit großer Liebe für absurde Momente, hervorragenden Darstellern, geschliffenen Dialogen und unzähligen Verweisen auf das klassische Hollywoodkino gewinnt The Big Lebowski einen ganz eigenen Charme, der auch mehr als zwanzig Jahre nach seiner Veröffentlichung nicht verflogen ist.

Handlung:

Jeff Lebowski, der sich schlicht ‚The Dude‘ nennt, ist der wohl trägste Mensch von Los Angeles. Doch mit dem ‚easy living‘ ist es schlagartig vorbei, als der Dude mit einem gleichnamigen Millionär verwechselt wird. Erst pinkeln zwei Geldeintreiber auf seinen Lieblingsteppich, dann wird er von ihnen verprügelt, um Schulden seiner angeblichen Frau Bunny bei ihm einzukassieren. Schließlich wird eben diese Bunny entführt und der ‚echte‘ Mr. Lebowski heuert seinen Namensvetter als Lösegeldkurier an. Als der Dude die Geldübergabe vermasselt, geht der Ärger erst richtig los…

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-08-28T11:40:37+00:00

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