In Deep End beschreibt Regisseur und Drehbuchautor Jerzy Skolimowski die heißkalten Zustände der jugendlichen Hauptfigur genauso herzerwärmend wie das beschwingte Leben im England der frühen Siebziger Jahre. Erfreulicherweise unterlässt es das Drehbuch, das Tun seine Figuren zu bewerten, sondern beobachtet sie lediglich mit aufrichtiger Neugierde.
Trotz einer zurückhaltenden, fast dokumentarischen Perspektive auf das Geschehen bleibt Deep End in jedem Moment leichtfüßig und gelassen, pendelt ein bisschen eigenwillig zwischen subtiler Dramatik und skurriler Situationskomik hin und her und vermittelt dabei viel Zeitgeist.
Angesichts des lockeren, ungezwungenen Humors fällt auf, wie platt heutige Teeniekomödien gestrickt sind. Stattdessen setzt Deep End auf wenige, aber durchaus zotige Situationskomik, ohne seine Figuren zu entblößen oder den Bogen zu überspannen. Urkomisch ist beispielsweise eine Szene, in der eine halb nackte Frau mit der Statur eines mittelgroßen Buckelwales versucht, Mike zu verführen, indem sie ihn in ihre Einzeldusche lockt und mit gekonntem Ringergriff an sich presst. Das ist dann nicht nur enorm witzig, sondern gleichzeitig derart grotesk, dass man Mikes peinliches Unwohlsein sofort selbst verspürt.
Auch die Jungdarsteller versprühen Esprit und wissen zu gefallen, Jane Archer als Mikes Objekt der Begierde verzaubert mit ihrer Austrahlung. Erst mit seinem etwas unpassend wirkenden Finale vergreift sich der über weite Strecken unterhaltsame Film etwas im Ton; der unerwartete Schluss von Deep End unterliegt jedoch glücklicherweise der vergnüglichen Zeit zuvor und stellt nur eine Fußnote da.