Nach seinem großen Erfolg Außer Atem inszenierte Jean-Luc Godard sein zweites Werk Der kleine Soldat als postmoderne Melange aus Politthriller und Essayfilm und sorgt damit für ein wechselhaftes Seherlebnis. Während die ersten zwei Drittel ein recht trockenes Voice-Over und spröde Bilder bereithalten und etwas dröge wirken, steigert sich das letzte Drittel dann überraschend und fesselt sogar szenenweise mit der Spannung eines Genrefilms.

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Filmkritik:

Kurz bevor sich Der kleine Soldat zur Gänze seinen Thrilleranleihen hingibt, lässt Godard jedoch wieder von ihnen ab und konzentriert sich darauf, der schon fast geschwätzig wirkenden Hauptfigur seine Ansichten als lange Monologe in den Mund zu legen – querbeet thematisiert der Regisseur seine politischen Ansichten, seine Moral und seine Ideale, während wir dem Protagonisten dabei zusehen, wie er durch Genf fährt und darauf warten, dass die Thriller-Versatzstücke fortgeführt werden.

Durch diese Wankelmütigkeit dürfte Der kleine Soldat wohl lediglich für Godard-Fans interessant sein und für Liebhaber der Filme von Robert Bresson; beide Regisseure arbeiten intensiv mit der Trennung von Tonspur und Bildebene. Dies hat auch in Der kleine Soldat einen narrativen Reiz, hilft jedoch nicht über die letztlich halbseidene Inszenierung und die zerfahrene Handlung hinweg.

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DER REGISSEUR

Mit seinem Debütfilm Außer Atem schrieb Jean-Luc Godard Kinogeschichte und setzte die Nouvelle Vague in Gang. Der ehemalige Filmkritiker prägte das Medium Film nachhaltig: Seine postmoderne Erzählweise und innovativen Inszenierungen, seine beißende Gesellschaftskritik und Essayfilme wurden bewundert, diskutiert und kopiert. Allein in den Sechziger Jahren drehte Godard 15 Werke, von denen die meisten inzwischen fest zum Kanon der Filmgeschichte gehören.

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DER REGISSEUR

Jean-Luc Godard

Mit seinem Debütfilm Außer Atem schrieb Jean-Luc Godard Kinogeschichte und setzte die Nouvelle Vague in Gang. Der ehemalige Filmkritiker prägte das Medium Film nachhaltig: Seine postmoderne Erzählweise und innovativen Inszenierungen, seine beißende Gesellschaftskritik und Essayfilme wurden bewundert, diskutiert und kopiert. Allein in den Sechziger Jahren drehte Godard 15 Werke, von denen die meisten inzwischen fest zum Kanon der Filmgeschichte gehören.

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DIE STRÖMUNG

Die Nouvelle Vague wischte die altmodischen „Filme der Väter“ beiseite und entwickelte das moderne Kino. Erstmals beschäftigten sich Filme selbstreferenziell mit sich selbst, anstatt lediglich Geschichten mit Bildern zu erzählen. Mit der Generalüberholung von Inszenierung, Schnitt und Erzählweise legte die Nouvelle Vague die Grundlagen unserer heutigen postmodernen Filme, Musikvideos und Werbespots.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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