Mikio Naruses Meisterwerk When A Woman Ascends The Stairs ist feinfühligen Studie über eine Frau, die in einer Männerwelt gefangen ist und mit ihrem Schicksal kämpft. Nur drei Bedürfnisse hat die junge Witwe Keiko: Sie möchte ihre Familie finanziell unterstützen, eine eigene Bar eröffnen und einen Ehemann finden. Doch das Drehbuch offenbart schnell, wie ihre Wünsche untrennbar verbunden sind – wenn Keiko ihre Familie unterstützt, kann sie nichts für eine Bar ansparen, sodass sie einen gut betuchten Ehemann finden muss, für den ihr gesellschaftlicher Rang dann jedoch zu niedrig wäre, solange sie keine Geschäftsfrau mit eigener Bar ist… ein Teufelskreis!

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Filmkritik:

Dramaturgisch hat When A Woman Ascends The Stairs einiges zu bieten, setzt immer wieder zarte Hoffnungsschimmer und dokumentiert brutale Schicksalsschläge, ohne dabei im schlechten Sinne melodramatisch oder auch nur ansatzweise konstruiert zu wirken. Da die männlichen Nebenfiguren, die Keiko fortwährend enttäuschen, nie zu herzlosen Antagonisten verkommen, sondern ebenso differenziert ausgearbeitet werden wie die Protagonistin, bleibt dem Publikum nichts anderes übrig, als auch die Bedürfnisse und Probleme der Männer hinzunehmen, wie es Keiko tun muss.

Die Protagonistin wächst uns ohnehin bereits nach wenigen Minuten ans Herz – Hauptdarstellerin Hideko Takamine vollbringt eine Glanzleistung, spielt mit großer Subtilität und nimmt trotzdem den gesamten Film für sich ein.

Naruses Handwerkskunst tut ihr Übriges – in den Widescreenbildern lässt er Keiko verloren und einsam wirken; Perspektivwahl und Schnitt erweisen sich als überaus effektvoll und treffen in jeder Szene den richtigen Ton und sorgen für eine dichte Atmosphäre. When A Woman Ascends The Stairs berührt ungemein und zählt zu den besten Melodramen der Filmgeschichte.

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DIE ÄRA

Die Sechziger Jahre zählen zu den revolutionärsten Jahrzehnten der Kinogeschichte. Mehrere Strömungen – die neuen Wellen – verschoben künstlerische Grenzen und modernisierten die Filmsprache. Viele Regisseure ließen die Themen der vorherigen Generationen hinter sich und drehten freiere, gesellschaftskritischere Werke.

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DAS GENRE

Der Dramabegriff dient als Auffangbecken für Filme, die sich keinem spezifischerem Genre zuordnen lassen. Dementsprechend viele Schattierungen ergeben sich: vom Sozial- über das Gesellschaftsdrama, das Melodram und die Tragikomödie. Die Gemeinsamkeiten dieser Subgenres liegen in realistischen, konfliktreichen Szenarien und einer Konzentration auf die Figuren.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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