Irrational Man

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Filmkritik:

Mit dem ihm eigenen Fleiß hat Woody Allen wie jedes Jahr einen neuen Film gedreht: Irrational Man ist als Krimi in Tateinheit mit komödiantischen Aspekten angelegt und erinnert in dieser Konstellation an Allens 1993er-Erfolg Manhattan Murder Mystery, besitzt allerdings für Allen sehr untypische Schwächen.

So überrascht Irrational Man mit einer überaus lauen ersten Hälfte, die sich aus unerfindlichen Gründen zu viel Zeit nimmt, um Klischee-Figuren einzuführen, die jeder Zuschauer ohnehin nach wenigen Minuten einzuschätzen weiß. Dementsprechend routiniert agieren die Darsteller; lediglich die wunderbare Parker Posey kann ihrer Nebenfigur Facetten verleihen. Um größtmögliche narrative Sicherheit bemüht wirkt dann auch das Voice-Over, das eigentlich keinerlei Funktion erfüllt und damit gänzlich unnötig erscheint.

Lange, bis zum Anbruch des letzten Drittels des Films, muss das Publikum warten, um endlich einmal angenehme Unsicherheit bezüglich des Fortgangs der Geschichte zu verspüren und sich zum aktiven Teilnehmen eingeladen zu fühlen, wenn Allen sich dem Sujet annähert, das er zuvor nur bemüht über Kant-, Kierkegaard- und Dostojewski-Reminiszenzen angedeutet hatte. Im Gegensatz zu früheren Werken wie beispielsweise Harry außer sich bleibt Allen jedoch lieber diffus und locker, wenn er unbequem und garstig werden könnte – die monotone, weil völlig vom Geschehen unbeeinflusste heitere Musik spricht da Bände.

Letztlich verzichtet Irrational Man auf Zwischentöne, scheint sich altersmilde auf allen seinen Ebenen mit dem Oberflächlichen abzufinden, sodass der Zuschauer immerhin die schöne Bildgestaltung wertschätzen kann, weil er von den schlichten Gags nicht abgelenkt wird. Es ist immer noch ein ordentlicher, unterhaltsamer Film, doch eben auch eindeutig nur eine Light-Fassung von Allens besseren Werken.

Handlung:

Abe Lucas hat alles durch: Frauen, Alkohol, Drogen, beruflichen Erfolg. Einsam und ausgebrannt heuert er in der kleinen Fakultät der Kleinstadt Newport als Philosophieprofessor an. Als sich die Studentin Jill in ihn verguckt, reagiert er abweisend. Doch von einem auf den anderen Tag scheint Abe doch wieder Lebensfreude zu empfinden – eine seltsame Wandlung, die zufällig mit dem Tod eines wenig angesehenen örtlichen Richters zusammenfällt. Oder hat Lucas‘ mysteriöse Ausgeglichenheit gar absolut nichts zufälliges an sich?

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-16T10:59:31+00:00

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