Mit Cruising drehte William Friedkin einen der kontroversesten US-Filme der Achtziger Jahre, der aus einer inzwischen unaufgeregteren Perspektive eine ganz eigene Qualität hat. Was Cruising vor allem auszeichnet ist, was er nicht ist – kein reißerischer Thriller (es gibt keine einzige Actionszene), kein klassischer Polizeifilm (ähnlich wie schon in Friedkins French Connection besteht die Polizeiarbeit aus passiven, ziellosen Aktionen) und so gut wie gar nicht homophob (auch wenn diese Sicht früher gang und gäbe war.)

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Filmkritik:

Im Gegenteil: Wenn der vom hervorragenden Al Pacino gespielte Undercoverbulle in die dunklen S/M-Bars und Pornokinos wie in eine Unterwelt hinabsteigt und die Lederszene aggressiv und zerstörerisch wirkt, dann, weil Pacinos Figur sie so empfindet – Friedkin verdammt in Cruising nicht das schwule Milieu, sondern schildert die Perspektive des Außenstehenden. Und dieser kann sich interessanterweise mehr und mehr identifizieren, schlüpft immer nachhaltiger in die Rolle als Homosexueller und verhält sich immer reservierter seiner Freundin gegenüber.

In der zweiten Filmhälfte wird das schwule Milieu nicht nur deutlich ambivalenter gezeichnet, auch scheint die Ermittlungsarbeit zunehmend in den Hintergrund zu rücken, nur noch Mittel zum Zweck zu sein. Während die Krimihandlung von Cruising dementsprechend nicht viel hermacht und der zu suchende Killer auch nicht viel Angriffsfläche bietet, gerät Friedkins Werk immer mehr zum Fragen aufwerfenden Porträt des Protagonisten.

Insbesondere das Ende des Films erweist sich als Clou, der einerseits die Beziehung von Pacinos Figur zu seiner Freundin (und damit seine sexuelle Identität) in Zweifel zieht, zum anderen gar Pacino als potenziellen Mörder dastehen lässt und somit eine große Verunsicherung beim Zuschauer auslöst – eine Qualität des Films, kein Makel.

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DIE ÄRA

Nach zwei Jahrzehnten, die sich zunehmend auf anspruchsvolle Werke fokussierten, fand in den Achtziger Jahren ein Umschwung statt. Genrefilme erlebten ein Comeback und Hollywood setzte zunehmend auf aufwendige Blockbuster. Das Unterhaltungskino begann, die Kinolandschaft zu dominieren.

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Der Kriminalfilm zählt aufgrund unterschiedlichster Ausprägungen zu den breitesten Genres. Die sogenannten Whodunnits beschäftigen sich mit der Täterfindung in einem einzelnen Fall; ebenso zählen die fatalistischen Detektivgeschichten des Film Noir zum Genre. Nicht zu vergessen sind Werke aus der gegensätzlichen Perspektive: Die Heist- und Gangsterfilme machen einen wesentlichen Teil des Krimigenres aus.

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Tom Schünemann

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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