Um Haaresbreite zählt zur Vielzahl von B-Noirs, die zu Beginn der Fünfziger Jahre produziert wurden und besinnt sich auf die besten Tugenden solcher Werke. Der Film von Regisseur Richard Fleischer strebt nach größtmöglicher Ökonomie und überzeugt gerade aufgrund seiner schnörkellosen Inszenierung, die sich als überraschend effektiv entpuppt.

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Filmkritik:

Nur 71 Minuten beträgt die Spielzeit des fast ausschließlich in einem fahrenden Zug spielenden Thrillers. Formal hält der Regisseur das Geschehen sachlich und nüchtern, ohne große Schauwerte anzustreben. Die interessanterweise mit Handkameras eingefangene räumliche Enge sorgt auf der visuellen Ebene für ein Gefühl des Eingeschlossenseins: Für die Figuren gibt es kein Entkommen.

Das passt auch zur Handlung, die ähnlich gelagert ist – im Bemühen, nicht aufzufallen, tun die Protagonisten allesamt so wenig wie möglich, woraus sich schnell ein spannendes Vexierspiel ergibt: Wer wagt den ersten Schritt? Wer begeht den ersten Fehler? Gerade weil nichts passiert und Killer wie Detectives auf den richtigen Moment warten, spitzt sich der Plot unweigerlich zu und entlädt sich in einem tollen Finale, das dann auch einen schönen Twist sowie den Gebrauch von Schusswaffen einschließt.

So macht Um Haaresbreite letztlich eine Tugend aus seinem begrenzten Budget, sorgt mit seiner räumlichen wie inhaltlichen Verdichtung durchweg für runde Krimi-Unterhaltung und kann sogar etwas Humor einbauen, der im Kontrast mit der bedrohlichen Situation fast schon an Hitchcock erinnert. Überzeugen können zudem auch die guten Schauspieler um Charles McGraw. Schade, dass Fleischers bester Film Noir bereits damals schon links liegen geblieben ist und auch heute noch weitestgehend unbekannt ist – es lohnt sich, Um Haaresbreite zu entdecken!

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DIE ÄRA

In den Fünfziger Jahren befanden sich die weltweiten Studiosysteme auf dem Zenit ihrer Schaffenskraft. In den Vereinigten Staaten, Japan und Frankreich versammelten die Studios eine ungeheure Menge an Talent und veröffentlichten dank des geballten Produktionsniveaus zahllose Meisterwerke. Einen gewichtigen Anteil daran ist auch den Regisseuren zuzuschreiben, die sich innerhalb des Systems Freiheiten erkämpften und so ihr Potenzial ausspielen konnten.

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DIE STRÖMUNG

Rund zwanzig Jahre lang bereicherte Hollywood die Kinos mit düster gestalteten Kriminalfilmen. Deren heruntergekommende Detektive und abgebrühte Femme Fatales gingen ebenso in die Popkultur ein wie ihr pessimistischer Tonfall. Damit zählt die Schwarze Serie auch abseits seiner zahllosen Klassiker zu den einflussreichsten Strömungen der Filmgeschichte.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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