Um Haaresbreite

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Filmkritik:

Um Haaresbreite zählt zur Vielzahl von B-Movie-Noirs, die Anfang der Fünfziger Jahre produziert wurden und besinnt sich auf die besten Tugenden solcher Werke, lebt von größtmöglicher Ergonomie und überzeugt gerade deshalb. Nur 71 Minuten beträgt die Spielzeit und fast ausschließlich in engen Zugabteilen spielt Richard Fleischers Film, formal hält der Regisseur das Geschehen sehr sachlich und nüchtern, ohne große Schauwerte aufzuweisen. Die interessanterweise mit Handkameras eingefangene räumliche Enge sorgt auf der visuellen Ebene für ein Gefühl des Eingeschlossenseins, es gibt kein Entkommen.

Das passt auch zur Handlung, die ähnlich gelagert ist – im Bemühen, nicht aufzufallen, tun die Protagonisten allesamt so wenig wie möglich, woraus sich schnell ein spannendes Vexierspiel ergibt: Wer wagt den ersten Schritt? Wer begeht den ersten Fehler? Gerade weil nichts passiert und Killer wie Detective auf den richtigen Moment warten, spitzt sich der Plot unweigerlich zu und entlädt sich in einem tollen Finale, das dann auch einen schönen Twist sowie den Gebrauch von Schusswaffen einschließt.

So macht Um Haaresbreite letztlich eine Tugend aus seinem begrenzten Budget, sorgt mit seiner räumlichen wie inhaltlichen Verdichtung durchweg für runde Krimi-Unterhaltung und kann sogar etwas Humor einbauen, der im Kontrast mit der bedrohlichen Situation fast schon an Hitchcock erinnert. Überzeugen können zudem auch die guten Schauspieler um Charles McGraw. Schade, dass Fleischers bester Film Noir bereits damals schon links liegen geblieben ist und auch heute noch weitestgehend unbekannt ist – es lohnt sich, Um Haaresbreite zu entdecken!

Handlung:

Nachdem ein Gangsterboss ermordet wurde, will seine Frau als Kronzeugin auftreten und ins Zeugenschutzprogramm; sie ist in Besitz einer Liste bestochener Personen und will diese persönlich vor Gericht offenlegen. Doch auch die Mafia kennt ihre Absichten. Dann kommt der große Tag: Per Zug soll sie, eskortiert von zwei Detectives, zum Gericht nach Los Angeles fahren. Doch die Killer der Mafia befinden sich ebenfalls an Bord und die Fahrt dauert lange…

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-16T18:11:59+00:00

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