Der Mann, der zuviel wusste (1956)

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Filmkritik:

1956 drehte Alfred Hitchcock mit Der Mann, der zuviel wusste das einzige Remake seiner langen Karriere und legte ein eigenes Werk neu auf. 22 Jahre nach der Veröffentlichung unter demselben Titel nutzte der Brite die Gelegenheit, seinen Studiovertrag mit einem letzten Film zu erfüllen und einen guten Stoff mit größerem Budget noch besser in Szene zu setzen.

Betrug die Spielzeit der 1934er Verfilmung lediglich 75 Minuten, konnte Hitchcock nun aus den Vollen schöpfen und den Plot deutlich länger und facettenreicher gestalten, da ihm glatte zwei Stunden Lauflänge zur Verfügung standen. Daher gönnt sich Der Mann, der zuviel wusste einen gediegenen Start mit verhaltenem Tempo, der dank des exotischen Marrakeschs dennoch seinen Reiz hat und die beiden Hauptfiguren überzeugend einführt.

Wie so oft in den Filmen Hitchcocks verwickelt auch der Plot von Der Mann, der zuviel wusste einen unscheinbaren Jedermann in eine außergewöhnliche Geschichte. Hier dient eine Entführung als Motor und bringt das von James Stewart und Doris Day gespielte Ehepaar McKenna in eine Zwangslage. Obwohl insbesondere Stewarts Figur einige Drucksituationen überstehen muss, mutiert seine Figur nie zum Actionhelden, sondern bleibt durchgängig glaubhaft und bodenständig, was den Film so spannend und effektiv macht – von Anfang an belegt Hitchcock, dass es für die McKennas keine Abkürzungen geben wird.

Damit diese realistische Herangehensweise funktioniert, kann Hitchcock nicht wie beispielsweise in seinem rassigen Abenteuer Der unsichtbare Dritte Höhepunkt an Höhepunkt reihen, sondern schaltet zwischendurch immer wieder mal einen Gang zurück. Dennoch gelingen dem Briten einige schöne Szenen voller Suspense. Besonders das furiose Finale in der Royal Albert Hall bleibt in Erinnerung und überzeugt durch minutenlange Spannung, obwohl kein Wort gesprochen wird. Nach diesem Höhepunkt wirkt der eigentliche Schluss regelrecht drangeklebt und fällt deutlich ab.

Zu den herausragendsten Werken von Alfred Hitchcock zählt Der Mann, der zuviel wusste nicht, belegt jedoch einmal mehr das hohe Niveau des Regisseurs, unterhält von Anfang bis Ende und lebt vor allem von Stewarts bodenständigem Auftritt.

Handlung:

Die amerikanische Familie McKenna macht Urlaub in Marokko. Dort lernen sie den Franzosen Louis Bernard kennen, der sie zum Essen einlädt, im letzten Moment jedoch absagt. Am nächsten Tag auf dem Markt in Marrakesch wird Familie McKenna Zeuge eines brutalen Mordes. Der sterbende Bernard flüstert Vater Ben McKenna zu, dass in London ein Attentat auf einen Politiker geplant sei. Die Familie ist schockiert und will sofort die Polizei rufen, sieht jedoch von diesem Vorhaben ab, als die Eltern Ben und Jo einen Anruf erhalten, bei dem ihnen mitgeteilt wird, dass ihr Sohn Hank entführt wurde…

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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