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Niagara

Ein Film von 
Genres: Kriminalfilm, Thriller | Strömung: Film Noir | Erscheinungsjahr: 1953 | Jahrzehnt: 1950 - 1959 | Produktionsland: USA
In der Theorie wirkt Niagara wie ein typischer Film Noir, der seine Figuren unausweichlich in eine Kriminalgeschichte verstrickt. Doch Henry Hathaways Klassiker besitzt ein ungewöhnliches Merkmal – der Film ist in Farbe statt Schwarz-Weiß gedreht. Doch funktioniert ein Film Noir in Technicolor?
Strömung: Film Noir
Erscheinungsjahr: 1953
Jahrzehnt: 1950 - 1959
Produktionsland: USA
In der Theorie wirkt Niagara wie ein typischer Film Noir, der seine Figuren unausweichlich in eine Kriminalgeschichte verstrickt. Doch Henry Hathaways Klassiker besitzt ein ungewöhnliches Merkmal – der Film ist in Farbe statt Schwarz-Weiß gedreht. Doch funktioniert ein Film Noir in Technicolor?

Filmkritik

Hathaway verzichtet auf knallige Bildkompositionen und setzt das Geschehen in gedeckten Farben um, die bisweilen etwas verwaschen wirken. Daraus entsteht eine gewisse Ironie – Niagara bekommt einen altbackenen Look, in Schwarz-Weiß wäre der Film wohl besser gealtert.

Der perfide Plot hingegen erweist sich allerdings als zeitlos und entpuppt wunderbar neurotische Akzente bei seinen wenigen Figuren, was in einigen Momenten Reminiszenzen an die Werke von Alfred Hitchcock oder Samuel Fuller wach ruft. Nach einer eher schleppenden Exposition weiß sich Niagara zu steigern.

Dabei bleibt der Film zwar leider bei seiner Figurenzeichnung oberflächlich und bei der Wahl seiner dramaturgischen Elemente simpel, doch die guten Darsteller der drei Hauptfiguren – Jean Peters und Joseph Cotten sowie die wunderbare und endlich mal nicht als blondes Dummchen besetzte Marilyn Monroe – tragen den Film und binden das Publikum.

Das letzte Drittel enttäuscht aufgrund der zu simplen Auflösung der Geschichte, hält letztlich gar keine Konflikte mehr bereit und rundet den Eindruck ab, dass Niagara sein (Kriminalfilm-)Potenzial zugunsten seichter Melodramatik verschenkt. Doch Hathaways Noir besitzt durchaus seine Momente, insbesondere in den Mordszenen.

Die erste wird eleganterweise schlichtweg nicht gezeigt und sorgt für den entscheidenden Twist, die zweite stellt das große Highlight des Films dar: Eine Verfolgungsjagd in einem Turm, die (das einzige Mal in Niagara) expressiv Farben einsetzt – knallrote Türen versperren Fluchtwege, ein gelbes Tuch unterstreicht die Dynamik und aus einer famosen Vogelperspektive wird die Leiche in schwarze Schatten und violettes Licht getaucht – tolle Szene!

★★★★☆☆

Film Noir

Rund zwanzig Jahre lang bereicherte Hollywood die Kinos mit düster gestalteten Kriminalfilmen. Deren heruntergekommene Detektive und abgebrühte Femme fatales gingen ebenso in die Popkultur ein wie ihr pessimistischer Tonfall. Damit zählt die Schwarze Serie auch abseits seiner zahllosen Klassiker zu den einflussreichsten Strömungen der Filmgeschichte.

Filmszene aus Goldenes Gift

Kriminalfilm

Der Kriminalfilm zählt aufgrund unterschiedlichster Ausprägungen zu den breitesten Genres. Die sogenannten Whodunits beschäftigen sich mit der Täterfindung in einem einzelnen Fall; ebenso zählen die fatalistischen Detektivgeschichten des Film Noir zum Genre. Nicht zu vergessen sind Werke aus der gegensätzlichen Perspektive: Die Heist- und Gangsterfilme machen einen wesentlichen Teil des Krimigenres aus.

Filmszene aus Ein streunender Hund

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Foto Tom Schünemann

Tom Schünemann

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.
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