Späte Sühne zählt weder zu den wirklich bekannten Film Noirs, noch zu den regelmäßig erwähnten Arbeiten von Humphrey Bogart; überzeugen kann das Werk von Regie-Routinier John Cromwell dennoch und greift auf alle klassischen Noir-Zutaten zurück, arbeitet mit Rückblenden, expressiver Low-Key-Beleuchtung und serviert einen archetypischen Plot um einen Kriegsheimkehrer, der auf eigene Faust den Mord an einem Freund aufklären will.

Copyright

Filmkritik:

Damit zählt das 1946 veröffentlichte Werk zu den letzten Vertretern der wartime period, der ersten Phase des Film Noir, doch interessanterweise nimmt Späte Sühne mit seiner Härte und Desillusioniertheit bereits die ruppigen, unbequemen Noirs aus der Spätphase der Strömung vorweg und tendiert in seiner Tonalität schon in die Richtung von Klassikern wie etwa Fritz Langs Heißes Eisen oder Sam Fullers Polizei greift ein.

Zwar sorgt die solide Inszenierung von Cromwell nicht unbedingt für große Spannung, doch das Drehbuch von Späte Sühne hat einige schöne Zwischentöne in petto, die für gute Unterhaltung sorgen. So spielt das Script geschickt mit der weiblichen Protagonistin, die zunächst eindeutig wie eine klassische Femme fatale wirkt. Oder täuscht dieser Eindruck und sie ist lediglich ein Opfer ihrer Ausstrahlung und ihres Selbstbewusstseins, also gar eine damsel in distress?

Auch die Figur von Humphrey Bogart, der wie so oft mit seiner Coolness überzeugt, stellt zwar eine typischen Rolle für ihn dar, doch agiert sein Charakter längst nicht so souverän wie viele seiner anderen Figuren. Aus dem Gefühl, dass Rip Murdoch durchaus nicht alles im Griff hat, resultiert dann doch ein wenig Spannung, die sich in einem klassischen Finale entlädt und Späte Sühne passend abrundet.

0
1-Klick-Suche bei Amazon

DIE ÄRA

Die Vierziger Jahre wurden durch den Zweiten Weltkrieg geprägt. Die pessimistische Weltlage schwappte in die Filmwelt über und sorgte für einen ernsteren Tonfall und düstere Bilder. Gleich zwei Strömungen von Weltruf entstanden in diesem Jahrzehnt: Der Film Noir mit seinen harten Genrefilmen und der Italienische Neorealismus mit seinem Pessimismus.

Entdecke die Filme der Ära

DIE ÄRA

Die Vierziger Jahre wurden durch den Zweiten Weltkrieg geprägt. Die pessimistische Weltlage schwappte in die Filmwelt über und sorgte für einen ernsteren Tonfall und düstere Bilder. Gleich zwei Strömungen von Weltruf entstanden in diesem Jahrzehnt: Der Film Noir mit seinen harten Genrefilmen und der Italienische Neorealismus mit seinem Pessimismus.

Entdecke die Filme der Ära

DIE STRÖMUNG

Rund zwanzig Jahre lang bereicherte Hollywood die Kinos mit düster gestalteten Kriminalfilmen. Deren heruntergekommende Detektive und abgebrühte Femme Fatales gingen ebenso in die Popkultur ein wie ihr pessimistischer Tonfall. Damit zählt die Schwarze Serie auch abseits seiner zahllosen Klassiker zu den einflussreichsten Strömungen der Filmgeschichte.

Entdecke die Filme der Strömung

Auch aus diesem Genre:

Auch aus diesem Genre:

Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

ÜBER DEN KRITIKER

Tom Schünemann

Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

ÜBER DIE SEITE

Filmsucht.org

Neu hier?
Die Mission
Toms Geschichte