Der ungewöhnliche Titel spricht bereits Bände – Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber gestaltet sich alles andere als konventionell und wird vom exzentrischen Filmemacher Peter Greenaway an der Grenze zum Ironischen gehalten. Dieses entpuppt sich jedoch nicht unbedingt als heiter, sondern bestenfalls als sarkastisch oder gar sardonisch, denn trotz allen Kunstanspruches mutet Greenaways Werk seinem Publikum allerhand zu und sorgte für einige Kontroversen.

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Filmkritik:

Zunächst muss jedoch die Handwerkskunst des Regisseurs gewürdigt werden, der Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber als theaterhaftes Kammerspiel inszeniert, das mehr oder weniger mit vier bis fünf Räumen auskommt, die in wunderschönen horizontalen Kamerafahrten fließend miteinander verbunden werden.

Dabei frönt der Brite seinem Faible für bedeutungsschwangere Ordnungssysteme und verleiht jedem Raum eine eigene Farbe, die sich sogar auf die fantasievolle Garderobe (verantwortlich: Jean-Paul Gaultier) auswirkt. Lichtsetzung und Setdesign sorgen für eine intensive Atmosphäre, der erstaunlicherweise trotz Greenaways hochgradig artifiziellem Gestus etwas Märchenhaftes innewohnt.

Doch nicht nur formal, sondern auch inhaltlich hat Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber einiges zu bieten und schildert den Kampf zwischen Kultur (bzw. Kunst) auf der einen und Konsum (bzw. Kapital) auf der anderen Seite. Erwartungsgemäß bezieht Greenaway da klar Stellung.

Einen herben Kontrast stellt die harte Gewalt dar – da werden Menschen verprügelt, angepisst und ermordet, was so gar nicht zur intellektuellen Attitüde und dem hauchdünnen Humor des Films zu passen scheint, aber eben auch konsequent umgesetzt ist. Vielleicht würde das Geschehen sogar ins unfreiwillig Komische abgleiten, doch die fantastische Schauspielriege (u. a. Michael Gambon und Hellen Mirren) kann das eindrucksvoll verhindern.

Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber ist Greenaways bester Film – in vielen Belangen herausfordernd, handwerklich überragend und für aufgeschlossene Filmfans sogar auf seltsame Art und Weise spaßig.

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Der Kriminalfilm zählt aufgrund unterschiedlichster Ausprägungen zu den breitesten Genres. Die sogenannten Whodunnits beschäftigen sich mit der Täterfindung in einem einzelnen Fall; ebenso zählen die fatalistischen Detektivgeschichten des Film Noir zum Genre. Nicht zu vergessen sind Werke aus der gegensätzlichen Perspektive: Die Heist- und Gangsterfilme machen einen wesentlichen Teil des Krimigenres aus.

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Tom Schünemann

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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