I Will Buy You

Regie: | Jahrzehnt: | Genre:


Filmkritik:

I Will Buy You zählt noch zum Frühwerk von Masaki Kobyashi, der ein gewohnt gesellschaftskritisches Szenario auffährt und hinter die Kulissen des japanischen Volkssportes Baseball schaut. Der Film handelt vom Wettbieten der Vereine um einen hoch talentierten Studenten und schildert die zahllosen Anwerbungsgespräche aus der Sicht eines Talentsuchers, der für einen der Klubs tätig ist.

Das professionelle Auftreten der Beteiligten entwickelt sich schnell zur zweifelhaften Bieterschlacht, mit Bergen von Geschenken, Bestechungen und Gehaltversprechen versuchen die Agenten, den Trainer und dessen talentierten Schützling zu beeinflussen. Während der junge Spieler sich auf die letzten Universitätsspiele konzentriert, erweist sich der Trainer als genauso unmoralisch wie die Klubverantwortlichen und täuscht alle Seiten, um möglichst viel Gewinn aus der Situation zu ziehen; dabei scheint ihm die Zukunft seines Schülers ebenfalls egal zu sein. Und plötzlich mischt sich auch die Familie des Studenten in die Verhandlungen ein, um ihren Anteil einzustreichen, obwohl sie bis dato wenig auf das Baseballspiel gegeben hatten.

I Will Buy You verleugnet also deutlich die edlen Seiten des Sports und die Menschlichkeit der Beteiligten und entblößt Baseball als unmoralisches Geschäft, bei dem jeder Zweck die Mittel heiligt und Geld jeden korrumpiert. Das Drehbuch erweist sich dabei allerdings auch als repetitiv und füllt seine zwei Stunden Spielzeit tatsächlich beinahe ausschließlich mit Verhandlungsszenen, was nur in seltenen Momenten Spannung generiert. Kobayashis Werk profitiert jedoch enorm von seinen Darstellern, die facettenreich und überzeugend agieren und damit den Film tragen. So zählt die Figurenzeichnung dann ebenfalls zu den Stärken des Films, während die fehlende Tiefe des Plots auch durch einige melodramatische Ansätze nicht kaschiert werden kann.

Handlung:

Die Tokyo Flowers, ein Mittelklasseteam der japanischen Baseballliga, schickt ihren Talentsucher Kishimoto auf die Fährte des vielversprechenden Universitätsspielers Goro Kurita. Doch das große Talent wird auch von zahlreichen anderen Vereinen umworben und von seinem Trainer vertreten, der mit allen Wassern gewaschen ist. Das Wettbieten zwingt Kishimoto, immer mehr Geld auf die Bestechung des Trainers zu verwenden, der schließlich einem Transfer zustimmt. Oder tut er nur so? Und kann er seinen Schützling überhaupt derart beeinflussen? Als die Familie des Spielers ebenfalls in die Verhandlungen eingebunden werden will, gerät die Situation zunehmend undurchsichtiger…

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-16T10:52:38+00:00

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