Nach dem Zweiten Weltkrieg widmete sich Kenji Mizoguchi einer Reihe von Historiendramen und gewann mit der Trilogie aus Das Leben der Frau Oharu, Ugetsu und Sansho Dayu drei Jahre in Folge einen Preis bei den Filmfestspielen in Venedig. Das Leben der Frau Oharu ist eine Passionsgeschichte und schildert den Abstieg einer Hofdame zur Prostituierten, der den patriarchalen Strukturen geschuldet ist. Der Film liefert ein Paradebeispiel für Mizoguchis fließenden Stil, der auf langen Plansequenzen mit einer eleganten Krankamera fußt. Darüber hinaus nutzt der Regisseur eine sorgsame Mise en Scène, die sowohl die soziale Hierarchie der Figuren als auch ihr Innenleben über die visuelle räumliche Gestaltung orchestriert. Außerdem verfügt Das Leben der Frau Oharu über ansehnliche Kostüme und Kulissen und ist hervorragend gespielt, besonders von Mizoguchis Stammdarstellerin Kinuyo Tanaka.