Gerry ist der der erste Teil in Gus van Sants loser Trilogie des Todes, die er mit Elephant und Last Days fortsetzte. Der Regisseur vollzog eine radikale Abkehr vom kommerziellen Kino und drehte einen Film wider aller erzählerischer Konventionen: van Sant lässt zwei Männer (Matt Damon, Casey Affleck) ohne Plot und Dramaturgie durch eine Wüste laufen. Dank der minutenlangen, bildgewaltigen Einstellungen wirkt das Geschehen zunächst meditativ, doch im weiteren Verlauf kippt es in blanken Nihilismus: Die Dialogarmut, die ausdruckslosen Darsteller und das allumfassende Nichts der Wüste werfen uns auf uns selbst zurück und ermöglichen so eine besondere Filmerfahrung, die unsere Sehgewohnheiten aufbricht.