Alles in Butter

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Filmkritik:

Zum Ende der Sechziger Jahre hin wandte sich Jean-Luc Godard endgültig vom kommerziellen Kino ab, da er seiner Auffassung nach das kapitalistische System nicht mehr von innen heraus mit eigenen Waffen schlagen konnte, und gründete die Groupe Dziga Vertov, um effektiver und unabhängiger Gesellschaftskritik üben zu können.

Eine kleine Ausnahme dieser Produktionsphase stellt Alles in Butter dar, den Godard unabhängig vom Dziga Vertov-Kollektiv, aber zusammen mit Gruppenmitglied Jean-Pierre Gorin im Jahr 1972 realisierte. Ironischerweise merkt Godard im Film selbst an, dass dieser wieder einen kommerzielleren Charakter erhielt – um das Geld der Produzenten zu erhalten, benötige man Stars, die wiederum eine konventionelle Handlung einfordern, sagt der Franzose im Off und bebildert diesen Gedanken süffisant mit 30 Sekunden, in denen ein Dutzend Schecks für die Produktion unterschrieben werden.

Dennoch schildert der Auftakt nur die halbe Wahrheit: Trotz zweier internationaler Stars – Yves Montand und Jane Fonda – erzählt Alles in Butter keine konventionelle Geschichte, sondern changiert zwischen zwei Handlungsebenen hin und her, ohne sich auf eine Erzählform festzulegen. Die erste Hälfte des Films skizziert einen Arbeiterstreik in einer Wurstfabrik auf essayistische Weise, mit Interviews der Beteiligten, der zweite Teil schildert die beruflichen und privaten Probleme der beiden Protagonisten, die von Montand und Fonda gespielt werden.

Wie die meisten Werke aus Godards politischer Phase richtet sich auch Alles in Butter eher an Zuschauer, die sich zu den erklärten Fans des Franzosen zählen und mit dessen Schaffen vertraut sind. Abgesehen von einem witzigen, theaterhaften Set, das eine raumübergreifende Ansicht der bestreikten Wurstfabrik ermöglicht, weist Alles in Butter selbst auf Godards sonst so starker visuellen Ebene wenig Bemerkenswertes auf; inhaltlich erfordert der Film Vorwissen und macht es dem Zuschauer alles andere als leicht.

Handlung:

Susan arbeitet als Korrespondentin für eine US-amerikanische Rundfunkgesellschaft in Paris. Sie soll einen Wurstfabrikanten interviewen. Als Susan und ihr Ehemann Jacques, ein linksgerichteter Filmemacher, in dem Werk eintreffen, werden sie von den streikenden Arbeitern festgehalten und zusammen mit dem Direktor der Wurstfabrik eingesperrt. Nach ihrer Freilassung findet Susan keinen Zugang mehr zu ihrer Arbeit und spürt immer größere Differenzen zu ihrem Ehemann…

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-15T13:05:08+00:00

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