Selbst unter den freigeistigen Vertretern des New Hollywood zählt Asphaltrennen zu den unkonventionellen Außenseitern und floppte zunächst an den Kinokassen, erlangte inzwischen jedoch – auch dank prominenter Fürsprecher wie Quentin Tarantino – einen Status als Kultfilm.

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Filmkritik:

Entgegen seines Titels liefert Asphaltrennen keine packende Autorennen und ist alles andere als rasant inszeniert. Im Gegenteil: Regisseur Monte Hellman reduziert herkömmliche Filmelemente so weit wie möglich. Asphaltrennen beinhaltet weder einen konventionellen Plot noch eine Figurenentwicklung, sondern verschreibt sich ganz und gar einer existenzialistischen Perspektive. Übrig bleiben nur noch Oberflächen: Zwei Männer, ein Auto. Sie fahren und sie schrauben, ab und an sagt mal jemand etwas.

Das erweist sich insbesondere beim per se gesellschaftskritischen New Hollywood-Kino als spannend. Wo die Vertreter dieser Strömung durchaus kontrovers Thesen und Themen verhandeln, bedient sich Hellmans Werk eines von äußeren Einflüssen befreiten Vakuums, wodurch Asphaltrennen eine große Ambivalenz gewinnt. Wie auch bei den ähnlich gelagerten Werken von Gus van Sant oder Bruno Dumont tritt ein interessanter Effekt ein: Weil der Film sich keiner offensichtlichen Bedeutungs- und Wertesysteme bedient, zwingt er das Publikum zur Spiegelung des Geschehens.

Erst durch den Zuschauer als Resonanzraum entwickelt sich eine individuelle Bedeutungsebene. Verdeutlich das so endlose wie ziellose Herumgefahre eine gesellschaftliche Isolation, die Verkümmerung sozialer Werte oder huldigt der Film der Freiheit Amerikas? Befinden sich die beiden Protagonisten auf einer eskapistischen Flucht vor ihrer Rolle in einer normierten Gesellschaft oder leben sie konsequenter als andere ihren persönlichen Traum?

Der naturalistische Ansatz des Films spiegelt sich auch in der Besetzung wieder. Als Hauptdarsteller verpflichteten die Produzenten den Singer/Songwriter James Taylor und den Schlagzeuger der Beach Boys, Dennis Wilson; beide agieren bei ihrem einzigen Filmauftritt ungemein zurückhaltend. Den Gegensatz dazu stellt Warren Oates dar, der den Kontrahenten des vermeintlichen Rennens durch die Vereinigten Staaten spielt. Oates‘ Figur erhält die meisten Dialogzeilen und erfindet in zahlreichen Monologen gegenüber diversen Anhaltern immer neue Lebensgeschichten – wer er wirklich ist, erfahren wir nie.

Monte Hellmans Low-Budget-Film unterhält nicht im klassischen Sinne, bietet jedoch eine ungewöhnliche Filmerfahrung. Als Einstiegsfilm ins New Hollywood-Kino ist Asphaltrennen eher nicht geeignet und richtet sich vornehmlich an ein Publikum, das sich an der lakonischen Atmosphäre erfreuen kann, ohne sich an der Handlungsarmut oder dem abrupten Finale – der Film bricht unvermittelt mitten in einer Szene ab – zu stören.

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DIE ÄRA

Die durch die neuen Wellen der Sechziger Jahre eingeleiteten Veränderungen nahmen auch in den Siebzigern Einfluss. In den USA entstand das New Hollywood und in Europa u.a. der Neue Deutsche Film. Erstmals kumulierten hohe Studiobudgets und die Kreativität junger Regisseure. Gegen Ende der Siebziger sorgte eine neue Entwicklung für die Wende: Die ersten Blockbuster erschienen und etablierten das Konzept marketinginduzierter Kino-Franchises.

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DIE ÄRA

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DIE STRÖMUNG

Mitte der Sechziger Jahre gelangte das traditionelle Hollywood-Kino an einen kreativen Nullpunkt, der eine neue Strömung ermöglichte. Das New Hollywood legte die kreative Kontrolle der Produzenten in die Hände junger Regisseure, die so unkonventionelle Filme drehen konnten. Gesellschaftskritische Werke mit Außenseitern als Protagonisten sorgten für die Wiederbelebung des amerikanischen Kinos.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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