Dabei schert sich das Skript erfreulicherweise nicht darum, den Auslöser oder Verlauf seiner Geschichte zu erklären; es handelt sich zwar im weitesten Sinne um einen Science-Fiction-Film, doch Aliens, Raumschiffe und Klischees bleiben komplett außen vor.
Stattdessen hat Coherence einen bodenständigen, „praxisnahen“ Ansatz zu bieten und entwickelt diesen mit großer Konsequenz und recht hohem Tempo weiter, wobei er den schwierigen Spagat schafft, dem Publikum nur wenig festen Boden unter den Füßen zu lassen und ihm Kombinationsvermögen zuzutrauen, gleichzeitig jedoch einen ausgefeilten Spannungsbogen und hohen Unterhaltungsfaktor zu bieten hat.
Damit fällt Coherence deutlich weniger komplex als der schwierige britische Independentfilm Primer aus, erreicht jedoch nicht ganz das hohe Spaßlevel von Nacho Vigalondos großartigem TimeCrimes; letztlich schildert Coherence zwischen den unzähligen clever eingesetzten und durchweg ominösen Verwicklungen zu wenig Konkretes, sodass spezifische Höhepunkte auf der Strecke bleiben.
Doch das ist Kritik auf hohem Niveau: Idee und Drehbuch zählen zu den erfrischendsten der letzten Jahre und bereiten viel Spaß, doch trotz des Budgets überzeugt auch die Umsetzung. Die Bildgestaltung, die dichte Atmosphäre, die stets natürlich agierenden Darsteller und die tolle musikalische Untermalung sorgen für tolles Filmerlebnis und machen Coherence zu einem Pflichtfilm für Fans von mysteriösen und überraschenden Werken.