Der Name der Rose

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Filmkritik:

Bereits sechs Jahre nach der Veröffentlichung von Umberto Ecos literarischem Welterfolg Der Name der Rose brachte Produzent Bernd Eichinger die Filmadaption in die Kinos und verpflichtete eine Besetzung, die von Sean Connery als scharfsinniger Mönch, der eine Mordserie in einer Abtei aufklären muss, angeführt wird.

Nun stellt der klassische Whodunnit-Plot auch im Roman das zentrale Motiv dar, doch die Tatsache, dass Ecos Werk zum Gegenstand diverser literaturwissenschaftlicher Abhandlungen wurde, begründet sich durch dessen postmoderne Ausrichtung – der Roman beruft sich nämlich nicht nur auf Sherlock Holmes, sondern auch auf Edgar Allen Poe, die italienische Politik der Siebziger Jahre, historische mittelalterliche Entwicklungen, die Geschichte der diversen Strömungen der katholischen Kirche und zahllose weitere Themen, die zu einem ambivalenten Amalgam verschmolzen werden. Die Verfilmung tut naturgemäß nichts anderes, als sich lediglich der Oberfläche des Romans zu bedienen.

Doch zumindest besitzt Der Name der Rose auch als bloßer Mittelalterkrimi einige Tugenden. Da wären die imposanten Kulissen, die damals zu den größten europäischen Filmbauten überhaupt zählten und einiges an feudalem Flair erzeugen, sowie die formidable Besetzung, die mit großartigen Nebendarstellern wie F. Murray Abraham (schön diabolisch), Ron Perlman (äußerst ambivalent), Michael Lonsdale (als zwielichtiger Abt) und Christian Slater (noch jugendlich) einigen Schwung in die meist zurückhaltende Inszenierung bringen. Ausgerechnet Hauptdarsteller Sean Connery bleibt überraschend blass.

Selbiges lässt sich auch über die Regie von Jean-Jacques Annaud sagen, die zwar – insbesondere bei den Außenaufnahmen – auf stimmungsvollen Naturalismus setzt und das Mittelalter gekonnt als Zeit der Unwägbarkeiten, Kälte und Armut in Szene (was im Übrigen nicht der Realität entspricht), doch den Sog dieser Abtei, die voller Geheimnisse und Mythen steckt, kann Annaud im Gegensatz zu Ecos Roman nicht entfachen und scheitert auch daran, zumindest die Kriminalgeschichte spannend zu schildern. Dank seiner stimmungsvollen Atmosphäre unterhält Der Name der Rose auf solidem Niveau, doch Fans des Romans oder von ausgeklügelten Krimis werden den Film wohl nicht überdurchschnittlich finden.

Handlung:

Der Franziskanermönch William von Baskerville und sein Schüler Adson werden in einer Benediktinerabtei mit einer Reihe von mysteriösen Morden und anderen rätselhaften Vorfällen konfrontiert. Die Inquisition vermutet Teuflisches, William dagegen einen fanatischen Mörder in den eigenen Reihen und beginnt zu ermitteln.

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Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-15T17:15:49+00:00

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