Michelangelo Antonionis Der Schrei ist ein Werk des Übergangs in der Filmografie des Regisseurs und bildet den abschließenden Teil seiner Frühphase. Zwar prägt der ausklingende Italienische Neorealismus das Werk noch, dennoch findet Antonioni hier schon eine eigene, später als typisch geltende Bildsprache.

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Filmkritik:

Wie beim Neorealismus üblich, handelt Der Schrei von Menschen der Arbeiterschicht und schildert deren Leben als schlicht und entbehrungsreich, was der Film in zurückhaltenden Bildern eher passiv dokumentiert, anstatt wie das Kino Hollywoods einem klassischen dramaturgischen Aufbau zu folgen.

Dennoch nutzt Antonioni die Formeln des Neorealismus nur, wenn es seinen Motiven dient, denn im Gegensatz zur Strömung dreht sich Der Schrei weniger um das Anprangern von gesellschaftlichen Missständen, sondern um eine persönliche Geschichte. Dabei versteht es der Regisseur meisterhaft, mit durchdachter mise en scéne, starren Kamerakompositionen und der Schauplatzwahl das Innenleben seiner Protagonisten widerzuspiegeln.

Es handelt sich um keinen Zufall, dass der einsame, enttäuschte Protagonist Aldo wie Fremdkörper in den Bildern wirkt, die dominiert werden von leerem Raum und großen, seelenlosen Gebäuden. Wir sehen auch kein sonniges Postkartenitalien, sondern ein tristes Land im kalten Winterschlaf. Die bei Antonioni übliche Distanz zu den Figuren, die immer auch exemplarische Beobachtungsobjekte darstellen, erschwert allerdings auch einen emotionalen Zugang zu den Protagonisten.

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DIE ÄRA

In den Fünfziger Jahren befanden sich die weltweiten Studiosysteme auf dem Zenit ihrer Schaffenskraft. In den Vereinigten Staaten, Japan und Frankreich versammelten die Studios eine ungeheure Menge an Talent und veröffentlichten dank des geballten Produktionsniveaus zahllose Meisterwerke. Einen gewichtigen Anteil daran ist auch den Regisseuren zuzuschreiben, die sich innerhalb des Systems Freiheiten erkämpften und so ihr Potenzial ausspielen konnten.

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DIE ÄRA

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DIE STRÖMUNG

Noch während des Zweiten Weltkrieges schwang sich der Italienische Neorealismus zu einer bedeutenden Filmströmung auf, die sich nach dem Ende des Krieges voll entfaltete. Die Werke dieser Ära schildern die kläglichen Lebensumstände der unteren Bevölkerungsschichten und nutzen dabei eine semidokumentarische Inszenierung, die den Filmen zugunsten der Wahrhaftigkeit alles Künstliche austreiben sollte.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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