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Der Schrei

Ein Film von 
Genre: Drama | Strömung: Italienischer Neorealismus | Erscheinungsjahr: 1957 | Jahrzehnt: 1950 - 1959 | Produktionsland: Italien
Michelangelo Antonionis Der Schrei ist ein Werk des Übergangs in der Filmografie des Regisseurs und bildet den abschließenden Teil seiner Frühphase. Zwar prägt der ausklingende Italienische Neorealismus das Werk noch, dennoch findet Antonioni hier schon eine eigene, später als typisch geltende Bildsprache.
Genre: Drama
Erscheinungsjahr: 1957
Jahrzehnt: 1950 - 1959
Produktionsland: Italien
Michelangelo Antonionis Der Schrei ist ein Werk des Übergangs in der Filmografie des Regisseurs und bildet den abschließenden Teil seiner Frühphase. Zwar prägt der ausklingende Italienische Neorealismus das Werk noch, dennoch findet Antonioni hier schon eine eigene, später als typisch geltende Bildsprache.

Filmkritik

Wie beim Neorealismus üblich, handelt Der Schrei von Menschen der Arbeiterschicht und schildert deren Leben als schlicht und entbehrungsreich, was der Film in zurückhaltenden Bildern eher passiv dokumentiert, anstatt wie das Kino Hollywoods einem klassischen dramaturgischen Aufbau zu folgen.

Dennoch nutzt Antonioni die Formeln des Neorealismus nur, wenn es seinen Motiven dient, denn im Gegensatz zur Strömung dreht sich Der Schrei weniger um das Anprangern von gesellschaftlichen Missständen, sondern um eine persönliche Geschichte. Dabei versteht es der Regisseur meisterhaft, mit durchdachter mise en scéne, starren Kamerakompositionen und der Schauplatzwahl das Innenleben seiner Protagonisten widerzuspiegeln.

Es handelt sich um keinen Zufall, dass der einsame, enttäuschte Protagonist Aldo wie Fremdkörper in den Bildern wirkt, die dominiert werden von leerem Raum und großen, seelenlosen Gebäuden. Wir sehen auch kein sonniges Postkartenitalien, sondern ein tristes Land im kalten Winterschlaf. Die bei Antonioni übliche Distanz zu den Figuren, die immer auch exemplarische Beobachtungsobjekte darstellen, erschwert allerdings auch einen emotionalen Zugang zu den Protagonisten.

★★★☆☆☆

Michelangelo Antonioni

Michelangelo Antonioni prägte die goldene Zeit des italienischen Kinos. In seinen Werken seziert der Autorenfilmer das Leben in der modernen Gesellschaft: Seine Protagonisten finden keinen Zugang mehr zu anderen Menschen und entfremden sich zunehmend von ihrer Umgebung. Antonionis Handwerkskunst isoliert die Figuren in sehenswerten, aber eiskalten Bildern, in der die Menschen sich in der Architektur der Großstadt verlieren.

Foto von Michelangelo Antonioni

Italienischer Neorealismus

Noch während des Zweiten Weltkrieges schwang sich der Italienische Neorealismus zu einer bedeutenden Filmströmung auf, die sich nach dem Ende des Krieges voll entfaltete. Die Werke dieser Ära schildern die kläglichen Lebensumstände der unteren Bevölkerungsschichten und nutzen dabei eine semidokumentarische Inszenierung, die den Filmen zugunsten der Wahrhaftigkeit alles Künstliche austreiben sollte.

Filmszene aus Bitterer Reis

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Foto Tom Schünemann

Tom Schünemann

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.
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