Der Schrei

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Filmkritik:

Michelangelo Antonionis Der Schrei ist ein Werk des Übergangs in der Filmografie des Regisseurs und bildet den abschließenden Teil seiner Frühphase. Zwar prägt der ausklingende Italienische Neorealismus das Werk noch, dennoch findet Antonioni hier schon eine eigene, später als typisch geltende Bildsprache. Wie beim Neorealismus üblich, handelt Der Schrei von Menschen der Arbeiterschicht und schildert deren Leben als schlicht und entbehrungsreich, was der Film in zurückhaltenden Bildern eher passiv dokumentiert, anstatt wie das Kino Hollywoods einem klassischen dramaturgischen Aufbau zu folgen.

Dennoch nutzt Antonioni die Formeln des Neorealismus nur, wenn es seinen Motiven dient, denn im Gegensatz zur Strömung dreht sich Der Schrei weniger um das Anprangern von gesellschaftlichen Missständen, sondern um eine persönliche Geschichte. Dabei versteht es der Regisseur meisterhaft, mit durchdachter mise en scéne, starren Kamerakompositionen und der Schauplatzwahl das Innenleben seiner Protagonisten widerzuspiegeln. Es handelt sich um keinen Zufall, dass der einsame, enttäuschte Protagonist Aldo wie Fremdkörper in den Bildern wirkt, die dominiert werden von leerem Raum und großen, seelenlosen Gebäuden. Wir sehen auch kein sonniges Postkartenitalien, sondern ein tristes Land im kalten Winterschlaf. Die bei Antonioni übliche Distanz zu den Figuren, die immer auch exemplarische Beobachtungsobjekte darstellen, erschwert allerdings auch einen emotionalen Zugang zu den Protagonisten.

Handlung:

Sieben Jahre hat Aldo mit Irma verbracht und auch eine Tochter mit ihr, während ihr Mann nach Australien ausgewandert war. Als dieser stirbt, scheint endlich der Weg zur Heirat des Paares frei zu sein, doch dann offenbart ihm Irma, dass sie einen anderen liebt. Zutiefst enttäuscht, verlässt Also seine Lebensgefährtin und zieht mit seiner Tochter durch Norditalien, ohne seine Verbitterung ablegen zu können…

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Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-15T17:32:49+00:00

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