Détective

Regie: | Jahrzehnt: | Genre:


Filmkritik:

1985 veröffentlicht, stellt Détective Godards letzten konventionellen Spielfilm dar, bevor er sich vermehrt mit Werken über die Filmgeschichte und kleineren Parts von Episodenfilmen beschäftigte. Détective ist ein überaus postmoderner Film geworden, der beinahe ausschließlich in einem Hotel spielt und von diversen Figuren bevölkert wird, deren Werdegang in diversen Episoden gezeigt wird. Ein Interesse an realistischen Geschichten beweist Godard derweil nicht. Wie schon in seinem vorherigen Werk Vorname Carmen überspitzt Détective sein Geschehen völlig. Der Clou des Films besteht darin, klassische Figuren und Plotideen wild durcheinander zu würfeln, in einen grobe, Film Noir-artige Geschichte zu pressen und mit reichlich Skurrilität zu untermalen.

Das Drehbuch beinhaltet unter anderem einen Boxer und seinen Manager, eine Prinzessin, einen Mafioso und zwei Detektive. Sie alle haben ihre Probleme, doch gelöst werden die wenigsten davon, denn auch daran scheint Godard keinerlei Interesse zu haben. Während die Detektive mit einem Mordfall ihrer Vergangenheit hadern (von dem immer wieder gesprochen wird, ohne dem Zuschauer wirklich etwas davon mitzuteilen), hat sich der Boxer vorgenommen, unbedingt Tiger Jones schlagen zu wollen (der Haken: Er selbst ist Tiger Jones), während sein Manager Schulden bei der Mafia (und scheinbar auch überall sonst) loswerden muss und die Prinzessin der Bahamas mit dem Boxer durchbrennen möchte.

Die schrägen Vögel und die seltsamen Dialoge sorgen schnell dafür, dass sich nicht nur die Protagonisten, sondern auch das Publikum reichlich verwirrt fühlt; Kohärenz ist in Détective kaum zu finden, sodass der geneigte Godard-Fan viel Spaß an intertextuellen Verweisen haben muss, um den Film genießen zu können. Dass Godard seine Figuren ständig aus Büchern zitieren lässt, macht den Film allerdings nicht wirklich unterhaltsamer.

Handlung:

Noch nach Jahren hofft der ehemalige Hoteldetektiv Prospero, einen Mord aufzuklären. Zusammen mit seinem Neffen und dessen Freundin überwacht er mit Videokameras das Hotel und seine Gäste. Auffällig benehmen sich Francoise und ihr Mann, ein Flugkapitän, die von einem Boxmanager, der zugleich Francoises Geliebter ist, Schulden eintreiben wollen. Der Manager steht zugleich bei einem Mafiosi in der Kreide und hofft, durch einen Boxkampf zu Geld zu kommen. Doch die Chancen seines Schützlings stehen schlecht…

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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