Einmal mehr drehte Godard einen postmodernen Film: Détective spielt über weite Strecken in einem Hotel und versammelt dort eine Reihe von skurrilen Figuren, darunter einen Boxer und seinen Manager, eine Prinzessin, einen Mafioso und zwei Detektive. Wie schon in seinem vorherigen Werk Vorname Carmen überspitzt Godard das Geschehen – er interessiert sich nicht wirklich für die Protagonisten, sondern nutzt sie lediglich als Werkzeuge.
Détective baut eine Film Noir-artige Geschichte auf, teilt sie in mehrere einander überlappende Handlungsstränge und dekonstruiert die Figurentypen und Plotideen, um eine lose Collage herzustellen. Da uns die Figuren fremd bleiben und Godard sich mit den Oberflächen begnügt, läuft der Film inhaltlich (bewusst?) ins Leere.
So hadern die Detektive mit einem Mordfall aus ihrer Vergangenheit, über den uns der Film aber nichts mitteilt; der Boxer hat sich vorgenommen, Tiger Jones zu schlagen, er selbst ist allerdings dieser Tiger Jones – der Film lässt das unkommentiert; sein Manager muss hingegen Schulden bei der Mafia (und scheinbar auch überall sonst) loswerden; die Prinzessin der Bahamas will mit dem Boxer durchbrennen.
Den Charme des Unorthodoxen verlieren die ziellos erzählten Episoden schnell, übrig bleibt eine große Beliebigkeit. Im Gegensatz zu ähnlich gelagerten Werken bringt Détective keine Kohärenz in das abstruse Treiben, sodass es nicht einmal eine innere Logik aufweist. Dass Godard seine Figuren ständig aus Büchern zitieren lässt, macht den Film auch nicht unterhaltsamer.