„Um einen Film zu machen, genügen eine Waffe und ein Mädchen.“, hat Godard einmal gesagt. Mit Vorname Carmen lässt er in einer freien Adaption der weltberühmten Oper Carmen den Worten Taten folgen und schildert im wohl ungezügeltsten Film seines Spätwerks die Geschichte einer Femme fatale, die einem Bankwachmann den Kopf verdreht und ins Verderben führt.

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Filmkritik:

Wirkten Godards zwei vorherige Werke aus den Achtziger Jahren noch zurückhaltend, scheint der Franzose nun wieder die Sicherheit gewonnen zu haben, um sich selbstbewusst in vertraute Gewässer zu begeben und eine übertriebene Gangsterposse zu inszenieren. Dabei erreicht er leider in keinem Moment den Stilwillen seiner früheren, ähnlichen Werke wie beispielsweise Elf Uhr nachts; stattdessen setzt Vorname Carmen auf (unnötig) viel nackte Haut und reichlich amüsante Selbstironie, wenn Godard sich selbst als verlotterter Regisseur, der „früher mal berühmt gewesen ist“ einsetzt.

Trotz mehrerer Schießereien und einer unglücklichen Liebe generiert Vorname Carmen erwartungsgemäß keine Spannung; soweit geht Godards fortschreitende Anlehnung an das kommerzielle Kino dann doch nicht. Viel mehr beobachtet er die Absurdität unseres Lebens und die großen Wechselwirkungen von für sich alleine kleinen Dingen.

Dementsprechend entzieht sich die Handlung des Films oft konventioneller Logik, was die Figuren unwirklich wirken lässt. Paradoxerweise stellt Vorname Carmen dennoch das zugänglichste und unterhaltsamste Werk aus Godards später Phase dar. Ein Highlight in dessen Filmografie ist er trotzdem nicht.

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DER REGISSEUR

Mit seinem Debütfilm Außer Atem schrieb Jean-Luc Godard Kinogeschichte und setzte die Nouvelle Vague in Gang. Der ehemalige Filmkritiker prägte das Medium Film nachhaltig: Seine postmoderne Erzählweise und innovativen Inszenierungen, seine beißende Gesellschaftskritik und Essayfilme wurden bewundert, diskutiert und kopiert. Allein in den Sechziger Jahren drehte Godard 15 Werke, von denen die meisten inzwischen fest zum Kanon der Filmgeschichte gehören.

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Mit seinem Debütfilm Außer Atem schrieb Jean-Luc Godard Kinogeschichte und setzte die Nouvelle Vague in Gang. Der ehemalige Filmkritiker prägte das Medium Film nachhaltig: Seine postmoderne Erzählweise und innovativen Inszenierungen, seine beißende Gesellschaftskritik und Essayfilme wurden bewundert, diskutiert und kopiert. Allein in den Sechziger Jahren drehte Godard 15 Werke, von denen die meisten inzwischen fest zum Kanon der Filmgeschichte gehören.

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DAS GENRE

Der Dramabegriff dient als Auffangbecken für Filme, die sich keinem spezifischerem Genre zuordnen lassen.