Die Reise zum Mond

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Filmkritik:

Die Reise zum Mond zählt zu den bahnbrechendsten Werken aus den Anfangstagen des Kinos. Der 14-minütige Stummfilm aus dem Jahr 1902 begründete das Science-Fiction-Genre, beeindruckt mit seinem handwerklichen Einfallsreichtum und vertritt einige noch heute gültige Tugenden des Mediums.

Basierend auf Romanideen der Sci-Fi-Größen Jules Verne und H.G. Wells erzählt der französische Klassiker von einer Gruppe Wissenschaftler, die sich mit einer gigantischen Kanone auf den Mond schießen lassen (und in einer berühmten Sequenz in dessen rechtem Auge landen), dort auf feindselige Bewohner treffen und nach einigen Kämpfen zurück zur Erde flüchten. Die Handlung von Die Reise zum Mond erscheint zwar simpel und oberflächlich, der Film trägt sie jedoch in einem für damalige Verhältnisse wahnwitzigem Tempo vor und sorgt damit für einen hohen Unterhaltungswert.

Angesichts der inzwischen gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse wirkt die Imagination der Raumfahrt vollkommen abstrus – die „Astronauten“ benötigen weder Raumanzüge noch Sauerstoffmasken. Das schmälert die Filmerfahrung allerdings kein bisschen, sondern trägt zum Charme des Werkes bei. Darüber hinaus rufen diese Fehler uns ins Gedächtnis, dass die Entstehung dieses Stummfilms sich auf einem Zeitstrahl dichter am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg als an der ersten Mondlandung im Jahr 1969 befindet.

Als treibende Kraft hinter Die Reise zum Mond agierte Georges Méliès, der Pionierarbeit für das moderne Kino leistete und um die Jahrhundertwende über 500 Kurzfilme drehte. In einer Zeit, in der Film hauptsächlich für die Dokumentation der Wirklichkeit genutzt wurde, verschrieb sich der ehemalige Schaubühnenmagier ganz der Fantasie und produzierte sensationelle Unterhaltungsfilme, für die er erfolgreich mit der Kombination aus Theaterelementen und Filmtechnik experimentierte.

Die Reise zum Mond brilliert durch seine gezeichneten Bühnenkulissen, die das Geschehen auf der Erde, vor allem jedoch die Mondlandschaft durch unzählige Details belebt. Für die Spezialeffekte setzte Méliès wie im Theater kleine Rauchbomben ein, bediente sich jedoch auch technischer Mittel, die nur das Medium Film erlaubte – beispielsweise bebildert der Regisseur die Annäherung des Raumschiffes an den Mond durch einen Zoom, der die überwundene Entfernung widerspiegelt. Zum Repertoire des Franzosen zählen außerdem Doppelbelichtungseffekte und eine geschickte Montage.

Für das Kino als modernes Unterhaltungsmedium schuf Georges Méliès mit seinen unzähligen Arbeiten wichtige Grundlagen. Die Reise zum Mond stellt sein berühmtestes Werk dar und lässt sich zwar nur noch als filmhistorisches Relikt betrachten, vermittelt dabei jedoch auf unterhaltsame Weise die Anfänge des Kinos.

Handlung:

Nach jahrelanger Arbeit ist es sechs Wissenschaftlern gelungen, eine gigantische Kanone zu entwickeln, die die Wissenschaftler in einer Kapsel direkt zum Mond schießen kann. Dort landen sie im rechten Auge des Mondes und treffen auf die Seleniten, seltsame Mondlebewesen. Aufgrund der wiedrigen Umstände steht nun Flucht statt Erforschung auf dem Plan.

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Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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