Obwohl Terminator für Hollywoodverhältnisse ungemein günstig produziert wurde und damit fast schon ein B-Movie darstellt, avancierte James Camerons Werk zu den Kultfilmen der Achtziger Jahre und hat seinen Reiz auch heute noch nicht verloren, weil der Film sich aufgrund des Budgets gänzlich auf das Wesentliche konzentriert und auf jegliches Beiwerk verzichtet.

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Filmkritik:

Wie eine hocheffektive Maschine baut Camerons Film Spannung auf und setzt vollends auf erzählerische Ökonomie: Jede einzelne Szene treibt den Plot voran, methodisch setzt Terminator seine drei Protagonisten in Szene und führt sie mit jeder Szene unaufhaltsam auf Konfrontationskurs. Die jederzeit drohende Eskalation sorgt für viel Suspense und wird durch die großartige Synthesizermusik von Brad Fiedel perfekt akzentuiert.

Die düstere Stimmung des Films ist jedoch nicht nur den vielen Nachtszenen, dem fast schon pervertierten Eighties-Flair und dem Suspense geschuldet, sondern auch einem ungewöhnlichen Fatalismus, der geschickt mit dem Zeitreisesujet spielt. Im Gegensatz zu ähnlich gearteten Werken versucht Terminator gar nicht erst, die Zeitreiseparadoxa zu erklären, sondern betont ihre Unauflösbarkeit sogar noch. Das Schicksal der bald schon ausgelöschten Menschheit steht ebenso fest wie ihr letztes Aufbegehren, die Protagonisten sind Schachfiguren in einer längst beendeten Partie.

Die Unmöglichkeit, die eigene Vorbestimmung zu ändern, zieht sich als zentrales Thema durch die Filmreihe, besitzt im ersten Teil jedoch einen besonderen Reiz: Ohne den Terminator, der die Mutter des zukünftigen Widerstandskämpfers John Connor töten soll, würde dieser gar nicht gezeugt werden – ein Zeitreiseteufelskreis, dessen sich die Protagonisten immer mehr bewusst werden, ohne ihm trotz dieser Erkenntnis entrinnen zu können.

Dabei kommt auch der emotionale Kern des Films zum Vorschein und die gute Chemie zwischen Hauptdarstellerin Linda Hamilton und Michael Biehn; der durch seine Rolle endgültig zum Star aufgestiegene Arnold Schwarzenegger dominiert mit seiner enormen physischen Präsenz ohnehin jede seiner Szenen und wirkt überaus bedrohlich.

Abseits des den meisten Actionfilmen überlegenen Plots begeistert Camerons Film auch mit den Grundtugenden des Genres und bietet packende Schusswechsel und Verfolgungsjagden. Die Nichtverfügbarkeit von Computereffekten mag das (dennoch gut funktionierende) Finale inzwischen veraltet wirken lassen, sorgt jedoch auch für großartige Momente, wenn bei den Schießereien noch echte Sets in Schutt und Asche gelegt werden: Überall splittert Glas, Kleinteile fliegen umher und Rauch sammelt sich in den Fluren. Die mehrminütige Auseinandersetzung in einem Polizeirevier zählt zu den Höhepunkten des Genres.

Auch mehr als dreißig Jahre nach seiner Veröffentlichung überzeugt Terminator: Das knappe Budget stellt sich als Vorteil heraus und sorgt für eine Geradlinigkeit, die im Zusammenspiel mit Camerons inszenatorischem Geschick und der düsteren Stimmung für ein tolles Filmerlebnis sorgt.

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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