Mission Impossible – Phantom Protokoll

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Filmkritik:

Mission Impossible – Phantom Protokoll ist der vierte Teil des Erfolgsfranchises und setzt noch gezielter als die Vorgänger auf Superlative, entfernt sich dabei aber auch noch einen weiteren Schritt von den Wurzeln des ersten Films der Reihe und schwingt sich auf in laue Blockbustersphären.

Immerhin gibt es viel zu sehen, denn in der Tradition von James Bond muss auch Cruises Ethan Hunt mit seinem Team stetig um die Welt jetten, um sie zu retten. Hier vor den Russen, wieder einmal. Genauso inspiriert wie bei der Wahl seines Antagonisten entblättert der Film seine Handlung, bei der sich alles um McGuffins dreht. Der Weg von einem abstrakten Puzzlestück zum nächsten, vom Moskauer Kreml über die Fassade des größten Hochhauses der Welt, verläuft dabei leidlich unterhaltsam und setzt ganz auf seine Schauwerte und Schauplätze, die auch wirklich ansehnlich daherkommen. Große Spannung kommt dabei nicht wirklich auf; eher entsteht ein unterhaltsames Allerlei, wofür der Film im Gegensatz zu seinen Vorgängern auch deutlich mehr Humor einsetzt.

Enttäuschen tun dann eher die Actionsequenzen, die viel Kawumm auffahren und ein hohes Tempo anschlagen, aber auch hier wieder keine Raffinesse aufbringen, zu wenig Einfallsreichtum aufweisen. Es ist ja nicht so, als wären der Großteil der Bond-Abenteuer klüger ausgetüftelt oder aufwendiger inszeniert – von der Papierform her scheint Mission Impossible – Phantom Protokoll in diesen Punkten überlegen zu sein. Es ist die Oberflächlichkeit, die sich als störend erweist. Wo Sean Connery und Co. immer genug Raum gegeben wurde, um Charme und Wärme in den Film zu bringen, wirkt Brad Birds Werk in seiner aalglatten Atemlosigkeit überaus bemüht und fast schon beliebig. Der Einsatz der Figuren und die generischen Plot Points wirken wie für die größtmögliche Zuschauergeschmacksübereinkunft normiert und lassen folgerichtig alle Ecken und Kanten vermissen.

Mission Impossible – Phantom Protokoll arbeitet sich einmal mehr pflichtgemäß an seinen Tugenden ab und bietet immer noch ordentliches Hollywoodniveau, aber eben auch keinen Deut mehr.

Handlung:

Eine verdeckte Mission im Moskauer Kreml geht völlig schief, als plötzlich jemand die Aktion sabotiert und eine gewaltige Bombe detonieren lässt – das führt nicht nur zu einer Krise zwischen den USA und Russland, sondern lässt IMF-Agent Ethan Hunt und sein Team auf sämtlichen internationalen Fahndungslisten auftauchen. Der Präsident aktiviert das Phantom Protokoll – Hunt und seine Mitstreiter sind gänzlich auf sich allein gestellt und haben nur wenig Zeit, ohne Plan und Unterstützung einen Atomkrieg zu verhindern und die eigentlichen Terroristen aufzuspüren.

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2 Comments

  1. Bert 31. März 2017 at 20:20 - Reply

    Eine wichtige Sache hast Du vergessen: Der Film hat etwas bekommen, von dem man gar nicht wusste, dass es den Vorgängern fehlte: Humor. Und davon reichlich. Der wird zum Teil so subtil eingesetzt, dass man ihn auch nicht einfach als oberflächliche Blödelei abtun kann. Zum Beispiel der kaputte Selbstzerstörungsmechanismus des Telefons. 🙂

  2. Tom 1. April 2017 at 9:41 - Reply

    Hey Bert,

    stimmt, das wäre erwähnenswert. Insbesondere Simon Peggs Szenen kommen mir da in den Sinn. Ich schreibe im Laufe des Tages noch einen Satz dazu.

    Wie du schon sagst – fehlte der Humor den Vorgängern? Ich denke nicht, weil Humor und Spannung sich nicht vertragen und ein Thriller in meinen Augen spannend sein muss. Insofern unterstützt der deutlichere Humor von MI4 meinen Gedanken, hier keinen rassigen Genrefilm, sondern einen seelenlosen Blockbuster vor sich zu haben.

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