Die Schlangengrube kritisiert das amerikanische Psychiatriesystem der Vierziger Jahre überraschend harsch und zeichnet ein bedrückendes Bild von starren Regeln und gleichgültigem Personal, legt nachfühlbar die menschenunwürdigen Zustände anhand eines Einzelfalls dar.

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Filmkritik:

Dabei gelingt es dem Film von Anatole Litvak, nicht in Schwarz-Weiß-Malerei zu verfallen und grobe Polemik zu nutzen, sondern arbeitet mit unzähligen kleinen, nahezu beiläufig festgehaltenen Details, die einzeln gar nicht so schwer wiegen (und daher auch das Fehlverhalten erklären), in der Summe jedoch ein bedrückendes Gesamtbild ergeben.

Trotz eines eher dokumentarischen Ansatzes und oft nüchterner Bildgestaltung punktet Die Schlangengrube auch optisch und traut sich, seinen Ansatz durch einige expressionistisch anmutende Deliriumssequenzen zu brechen und dem Publikum einen Blick in das Innenleben der Protagonistin zu vermitteln. Dies funktioniert ohnehin ausgezeichnet, wird das Opfer dieser Passionsgeschichte doch von Olivia de Havilland wahrlich bravourös verkörpert – die Hauptdarstellerin liefert in Die Schlangengrube wohl die beste Performance ihrer gesamten Karriere ab und bleibt im Gedächtnis.

Während die zweite Filmhälfte zunehmend düsterer und spannenderer ausfällt, enttäuscht das Finale dann etwas und macht es sich – vielleicht der Zeit der Entstehung geschuldet – ein wenig zu leicht. Damit verpufft die Wucht des Dramas etwas, dennoch ist Die Schlangengrube auch heute noch überaus sehenswert.

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DIE ÄRA

Die Vierziger Jahre wurden durch den Zweiten Weltkrieg geprägt. Die pessimistische Weltlage schwappte in die Filmwelt über und sorgte für einen ernsteren Tonfall und düstere Bilder. Gleich zwei Strömungen von Weltruf entstanden in diesem Jahrzehnt: Der Film Noir mit seinen harten Genrefilmen und der Italienische Neorealismus mit seinem Pessimismus.

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DAS GENRE

Der Dramabegriff dient als Auffangbecken für Filme, die sich keinem spezifischerem Genre zuordnen lassen. Dementsprechend viele Schattierungen ergeben sich: vom Sozial- über das Gesellschaftsdrama, das Melodram und die Tragikomödie. Die Gemeinsamkeiten dieser Subgenres liegen in realistischen, konfliktreichen Szenarien und einer Konzentration auf die Figuren.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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