Die Schlangengrube

Regie: | Jahrzehnt: | Genre:


Filmkritik:

Die Schlangengrube kritisiert das amerikanische Psychiatriesystem der Vierziger Jahre überraschend harsch und zeichnet ein bedrückendes Bild von starren Regeln und gleichgültigem Personal, legt nachfühlbar die menschenunwürdigen Zustände anhand eines Einzelfalls dar. Dabei gelingt es dem Film von Anatole Litvak, nicht in Schwarz-Weiß-Malerei zu verfallen und grobe Polemik zu nutzen, sondern arbeitet mit unzähligen kleinen, nahezu beiläufig festgehaltenen Details, die einzeln gar nicht so schwer wiegen (und daher auch das Fehlverhalten erklären), in der Summe jedoch ein bedrückendes Gesamtbild ergeben.

Trotz eines eher dokumentarischen Ansatzes und oft nüchterner Bildgestaltung punktet Die Schlangengrube auch optisch und traut sich, seinen Ansatz durch einige expressionistisch anmutende Deliriumssequenzen zu brechen und dem Publikum einen Blick in das Innenleben der Protagonistin zu vermitteln. Dies funktioniert jedoch ohnehin sehr gut, wird das Opfer dieser Passionsgeschichte doch von Olivia de Havilland wahrlich bravourös verkörpert – die Hauptdarstellerin liefert in Die Schlangengrube wohl die beste Performance ihrer gesamten Karriere ab und bleibt im Gedächtnis.

Während die zweite Filmhälfte zunehmend düsterer und spannenderer ausfällt, enttäuscht das Finale dann etwas und macht es sich – vielleicht der Zeit der Entstehung geschuldet – ein wenig zu leicht. Damit verpufft die Wucht des Dramas etwas, dennoch ist Die Schlangengrube auch heute noch überaus sehenswert.

Handlung:

Eine labile junge Frau wird nach einem Zusammenbruch in eine psychatrische Anstalt eingeliefert und erlebt die Grauen der amerikanischen Psychiatrie am eigenen Leib, denn das Personal ist eiskalt und unpersönlich, die Behandlungsmethoden sind unmenschlich. Es scheint keinen Ausweg zu geben…

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Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-19T23:00:00+00:00

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