Bereits ein Jahr, bevor Regisseur Joseph L. Mankiewicz mit Alles über Eva sein Karrierehighlight schuf, heimste er den Regie-Oscar für das feine Drama Ein Brief an drei Frauen ein. Aufgrund der verzwickten Ausgangssituation gelingt es dem Film von Beginn an, seinen Zuschauer neugierig zu machen – die Ausgangsfrage, welcher Mann seiner Frau untreu geworden ist, wird wie in einem Krimi gehandhabt, in Rückblenden offenbart das Drehbuch Details und Hintergründe zu den Figuren bietet damit reichlich Material für Mutmaßungen.

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Filmkritik:

Dabei arbeiten sowohl das Script als auch die Regie mit Kniffen, die dem Film den letzten Schliff geben. So bauen die Rückblenden von Ein Brief an drei Frauen geschickt aufeinander auf und nutzen das Vorwissen des Publikums. Außerdem beherrscht ein mysteriöses Element die Handlung: eine vierte Frau, Addie. Sie wird scheinbar von allen Männern der Stadt wegen ihrer Schönheit und Intelligenz geschätzt, doch im Film niemals gezeigt. Als blinder Fleck in der Topografie der geschilderte Situation sorgt sie für die latente Gefahr unschöner Überraschungen.

Ein Brief an drei Frauen gibt seinen Figuren einigen Raum und weiß zu differenzieren, statt Klischees zu bedienen, doch mehr noch: Er verhandelt nicht nur Geschlechterrollen, sondern entwickelt in der Summe seiner Teile letztlich ein ganzes Gesellschaftsbild, das er teilweise ironisiert, teilweise jedoch auch mit ernsten Untertönen zeichnet und damit insgesamt den richtigen Ton trifft.

Zudem werden die drei Frauen von ihren Darstellerinnen wunderbar verkörpert, während auch die Nebendarsteller um Kirk Douglas glänzen können. Mit Ein Brief an drei Frauen hat Mankiewicz ein rundes und einfühlsames Werk gedreht, das überzeugt.

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DIE ÄRA

Die Vierziger Jahre wurden durch den Zweiten Weltkrieg geprägt. Die pessimistische Weltlage schwappte in die Filmwelt über und sorgte für einen ernsteren Tonfall und düstere Bilder. Gleich zwei Strömungen von Weltruf entstanden in diesem Jahrzehnt: Der Film Noir mit seinen harten Genrefilmen und der Italienische Neorealismus mit seinem Pessimismus.

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DAS GENRE

Der Dramabegriff dient als Auffangbecken für Filme, die sich keinem spezifischerem Genre zuordnen lassen. Dementsprechend viele Schattierungen ergeben sich: vom Sozial- über das Gesellschaftsdrama, das Melodram und die Tragikomödie. Die Gemeinsamkeiten dieser Subgenres liegen in realistischen, konfliktreichen Szenarien und einer Konzentration auf die Figuren.

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Tom Schünemann

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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