Dabei arbeiten sowohl das Skript als auch die Regie mit Kniffen, die dem Film den letzten Schliff geben. So bauen die Rückblenden von Ein Brief an drei Frauen geschickt aufeinander auf und nutzen das Vorwissen des Publikums. Außerdem beherrscht ein mysteriöses Element die Handlung: eine vierte Frau, Addie. Sie wird scheinbar von allen Männern der Stadt wegen ihrer Schönheit und Intelligenz geschätzt, doch im Film niemals gezeigt. Als blinder Fleck in der Topografie der geschilderte Situation sorgt sie für die latente Gefahr unschöner Überraschungen.
Ein Brief an drei Frauen gibt seinen Figuren einigen Raum und weiß zu differenzieren, statt Klischees zu bedienen, doch mehr noch: Er verhandelt nicht nur Geschlechterrollen, sondern entwickelt in der Summe seiner Teile letztlich ein ganzes Gesellschaftsbild, das er teilweise ironisiert, teilweise jedoch auch mit ernsten Untertönen zeichnet und damit insgesamt den richtigen Ton trifft.
Zudem werden die drei Frauen von ihren Darstellerinnen wunderbar verkörpert, während auch die Nebendarsteller um Kirk Douglas glänzen können. Mit Ein Brief an drei Frauen hat Mankiewicz ein rundes und einfühlsames Werk gedreht, das überzeugt.