Ein Neustart im Jahr 1980: Jean-Luc Godard kehrte mit Rette sich, wer kann (das Leben) aus seinem ideologischen Exil, in das er sich mehr als zehn Jahre lang begeben hatte, um mit der Group Dziga Vertov ein nichtkommerzielles, politisches Kino zu schaffen, in das „Kino des Systems“, dem er abgeschworen hatte, zurück.

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Filmkritik:

Der Geist des Mais 1968 ist endgültig verpufft, was (mit einiger Verspätung) selbst den konsequenten und inzwischen 50-jährigen Godard dazu veranlasste, sich wieder mehr den Menschen und weniger der Politik zu widmen. Rette sich, wer kann (das Leben) ist ein „kleiner“ Film geworden und sein „zweiter erster Film“, wie er es selbst ausdrückte. Nicht mehr die gesamte Gesellschaft, sondern nur drei Figuren stehen im Fokus; statt krasser formaler Experimente konzentriert sich der Regisseur aufs Wesentliche. Inzwischen prägt eine gewisse Ruhe das Kino Godards, die jugendlichen Flausen scheinen Lebenserfahrung und Realismus gewichen zu sein.

Nichtsdestotrotz widmet sich der Franzose wieder einem seiner Lieblingsthemen, der Kommunikation. In diesem Werk funktioniert diese vor allem zwischen Männern und Frauen nicht mehr, beide Geschlechter scheinen in eigenen Welten zu leben, wobei das Drehbuch vor allem an der männlichen Hauptfigur Paul Godard (!) wenig Gutes erkennen lässt.

Mit mehr Budget als üblich, bekannten Darstellern (Isabelle Huppert) und formal deutlich geradlinigerer Gestaltung fällt Rette sich, wer kann (das Leben) interessanter aus als Godards letzter kommerzieller Ausflug, der acht Jahre zuvor mit Alles in Butter stattfand. Im Vergleich zu den stürmischen Werken seiner Anfangsphase wirkt sein Spätwerk dennoch ziemlich schlicht.

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DER REGISSEUR

Mit seinem Debütfilm Außer Atem schrieb Jean-Luc Godard Kinogeschichte und setzte die Nouvelle Vague in Gang. Der ehemalige Filmkritiker prägte das Medium Film nachhaltig: Seine postmoderne Erzählweise und innovativen Inszenierungen, seine beißende Gesellschaftskritik und Essayfilme wurden bewundert, diskutiert und kopiert. Allein in den Sechziger Jahren drehte Godard 15 Werke, von denen die meisten inzwischen fest zum Kanon der Filmgeschichte gehören.

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Mit seinem Debütfilm Außer Atem schrieb Jean-Luc Godard Kinogeschichte und setzte die Nouvelle Vague in Gang. Der ehemalige Filmkritiker prägte das Medium Film nachhaltig: Seine postmoderne Erzählweise und innovativen Inszenierungen, seine beißende Gesellschaftskritik und Essayfilme wurden bewundert, diskutiert und kopiert. Allein in den Sechziger Jahren drehte Godard 15 Werke, von denen die meisten inzwischen fest zum Kanon der Filmgeschichte gehören.

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