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Tenebre

Ein Film von 
Genre: Thriller | Strömung: Giallo | Erscheinungsjahr: 1982 | Jahrzehnt: 1980 - 1989 | Produktionsland: Italien
Mit Tenebre betätigte sich Dario Argento erneut im Bereich des Giallo, dem Subgenre des italienischen Slasherfilms, ruht sich jedoch nicht auf den eingespielten Elementen der Strömung aus, sondern entwickelt den Stil weiter.
Genre: Thriller
Strömung: Giallo
Erscheinungsjahr: 1982
Jahrzehnt: 1980 - 1989
Produktionsland: Italien
Mit Tenebre betätigte sich Dario Argento erneut im Bereich des Giallo, dem Subgenre des italienischen Slasherfilms, ruht sich jedoch nicht auf den eingespielten Elementen der Strömung aus, sondern entwickelt den Stil weiter.

Filmkritik

Wie es sich gehört, treibt auch hier ein Killer mit schwarzen Lederhandschuhen und Rasiermesser sein Unwesen, doch im Gegensatz zu vielen anderen Gialli – insbesondere denen von Argento selbst – setzt Tenebre weniger auf die so typischen kunstvollen Farbakzente. Stattdessen dominiert ein klinisches Weiß die Inneneinrichtungen und Kostüme. Auf die Farbe Rot greift der Film nur dann zurück, wenn der Mörder den Lebenssaft seiner Opfer über die weißen Interieurs verteilt.

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass die ungekürzte Fassung von Tenebre in Deutschland nach wie vor beschlagnahmt (!) ist. Eine hierzulande veröffentlichte Fassung mit Freigabe ab 18 Jahren wurde gekürzt, sodass die gut dosierten Gewaltspitzen nicht ihre vom Regisseur zugedachte Wirkung entfalten können.

Überzeugen kann Tenebre vor allem in technischer Hinsicht, insbesondere die stets in Bewegung befindliche Kamera überzeugt und bietet so manches Highlight. Besonders im Kopf bleibt eine ansehnliche Plansequenz, in der die Kamera die subjektive Perspektive des Killers einnimmt und das Haus eines potenziellen Opfers umkreist.

Zusammen mit dem Mörder belauern wir das Gebäude, lugen in Fenster und klettern die Fassade hoch hinauf aufs Dach. Getrieben vom launigen Rock-Soundtrack seiner Stammband Goblin manövriert Argento den Zuschauer gekonnt in eine voyeuristische Komplizenschaft mit dem Mörder und baut einige Spannung auf.

Während katastrophal geschriebene Dialoge im Giallo nahezu obligatorisch erscheinen, kann sich Tenebre auch hier von den Mitbewerbern unterscheiden. Zwar wirken die meisten Figuren recht funktional, doch immerhin umgeht das Drehbuch einsilbige Wortwechsel und wartet mit subtilem Humor auf. Der nicht unbedingt bierernst zu nehmende, kreative Whodunit-Plot, dessen Finale wirkungsvoll inszeniert ist, macht ebenfalls Spaß.

Der Weg zum Finale entspricht den Gegebenheiten des Genres und reiht abwechselnd Mordszenen an Sequenzen, in denen die Protagonisten sich auf die Tätersuche machen, aneinander; hier erweist sich Argentos Geschichte nicht unbedingt als besonders kreativ, die launigen, handwerklich interessanten Mordszenen sorgen dennoch für eine solide dramaturgische Basis.

Für Fans von Dario Argento oder des Giallo führt an Tenebre aufgrund seiner Qualitäten kein Weg vorbei. Filmfans, die mal einen Blick auf diese Spielart des Genres werfen wollen, bekommen ebenfalls einen guten Einstieg geboten.

★★★★★☆

Giallo

Der Begriff Giallo bezeichnet italienische Genrefilme, die zwischen Krimi, Thriller und Horrorfilm changieren und in den Sechzigern und Siebzigern populär waren. Durch wiederkehrende Motive – am bekanntesten ist ein nie vollständig sichtbarer Mörder mit schwarzen Lederhandschuhen und Rasiermesser – formte sich ein eigener kleiner Kosmos, der sich von herkömmlichen Genrefilmen unterscheidet.

Filmszene aus Tenebre

Thriller

Ähnlich wie der Actionfilm basiert auch das Thriller-Genre nicht auf inhaltlichen, sondern auf formalen Gesichtspunkten. Eine größtmögliche, im Optimalfall konstant gehaltene Spannung ist das Ziel. Dafür bedienen sich Thriller in der Regel einer konkreten Bedrohungslage. Wird die Gefahr überwiegend über Andeutungen und Suspense transportiert, findet gerne der Terminus Psychothriller Anwendung.

Filmszene aus Ronin

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Foto Tom Schünemann

Tom Schünemann

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.
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