In seinem fünften Film Wild At Heart entwirft David Lynch ein seltsames postmodernes Märchen. In dem Road-Movie flüchten die beiden Liebenden Sailor und Lula vor Auftragsmördern und erleben allerhand Kurioses.

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Filmkritik:

Dabei verzichtet Wild At Heart auf eine ausformulierte Handlung, sondern setzt auf eine episodenhafte Narration, um eine groteske Albtraumwelt zu entwerfen, die wie ein böser Zwillingsbruder des Amerikas der Neunziger Jahre wirkt und von seltsamen Gestalten bevölkert wird. Die einzelnen Episoden schildern meist abwechselnd das Zusammentreffen des Liebespaares mit obskuren Figuren oder die Bemühungen von Lulas hexenhafter Mutter, ihre Tochter zurück nach Hause zu holen und Sailor ermorden zu lassen.

Das Geschehen wirkt auch deshalb wie aus einer anderen Welt, weil Lynch eines seiner Kernthemen bearbeitet und wie schon in Twin Peaks oder seinem düsteren Meisterwerk Blue Velvet die Vergangenheit mit der Gegenwart kreuzt: Lynch verlagert den Geist der heilen Welt seiner Kindheit der Fünfziger Jahre in die Moderne. Wo in Blue Velvet der naive Protagonist Jeffrey die Unschuld der vergangenen Ära personifiziert, wirken in Wild At Heart Sailor und Lula mit ihrer Aufrichtigkeit und Natürlichkeit in der schmutzigen Welt der Neunziger Jahre wie Fremdkörper.

Obwohl die schräge Atmosphäre zu den Pluspunkten des Films zählt, vermag Lynch seine Magie hier nicht gänzlich zu entfalten. Von Anfang an – selbst die Opening Credits werden bereits durch eine Flammenwand illustriert – sorgt der Regisseur für Unruhe. Die seltsame Musik schwankt scheinbar wahllos zwischen Jazz, Rock und klassischer Musik, die grellen Bilder kommen nie zur Ruhe und das dauerhafte Overacting der Darsteller ermüdet zunehmend, während sich die zahlreichen Verweise auf Der Zauberer von Oz nicht wirklich homogen in die Welt des Films einfügen.

Somit gleicht Wild At Heart einer Achterbahnfahrt, bei der es stetig abwärts geht – doch das macht eine gute Achterbahn nun mal nicht aus; erst durch Tempovariationen und kleine Ruhepausen baut sich Spannung auf. Lynch gelingt es nicht, einen Erzählfluss zu entfalten oder einen emotionalen Kern zu finden. Wild At Heart besitzt durchaus einige gelungene Szenen und typische Lynch-Momente, doch im Gegensatz zu Blue Velvet oder Lost Highway findet der Regisseur hier keine Balance, sondern erschlägt sein Publikum durchgängig mit Stilmitteln, wodurch Lynchs Werk dann doch recht beliebig wirkt.

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DER REGISSEUR

Die Filme von David Lynch sind einzigartig. Der amerikanische Regisseur entwirft (Alb)Traumwelten, die sich oft hinter der Fassade der Normalität verstecken. Dabei scheut Lynch nicht davor zurück, uns durch surreale Szenen herauszufordern. Im Gegenteil: Die Magie von Lynchs Werken entwickelt sich gerade aus der Tatsache, dass er sich Erklärungen verweigert. Seine Filme zielen direkt auf unser Unterbewusstsein ab.

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DER REGISSEUR

Die Filme von David Lynch sind einzigartig. Der amerikanische Regisseur entwirft (Alb)Traumwelten, die sich oft hinter der Fassade der Normalität verstecken. Dabei scheut Lynch nicht davor zurück, uns durch surreale Szenen herauszufordern. Im Gegenteil: Die Magie von Lynchs Werken entwickelt sich gerade aus der Tatsache, dass er sich Erklärungen verweigert. Seine Filme zielen direkt auf unser Unterbewusstsein ab.

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DAS GENRE

Ähnlich wie der Actionfilm basiert auch das Thriller-Genre nicht auf inhaltlichen, sondern auch formalen Gesichtspunkten. Eine größtmögliche, im Optimalfall konstant gehaltene Spannung ist das Ziel. Dafür bedienen sich Thriller in der Regel einer konkreten Bedrohungslage. Wird die Gefahr überwiegend über Andeutungen und Suspense transportiert, findet gerne der Terminus Psychothriller Anwendung.

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ÜBER DEN KRITIKER

Tom Schünemann

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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