Following

Regie: | Jahrzehnt: | Genre:


Filmkritik:

Mit Following fing alles an: Bevor Christopher Nolan mit Memento der Durchbruch gelang, drehte er 1998 einen 70-minütigen Low-Budget-Thriller, der bereits das riesige Talent des damals erst 28 Jahre jungen Filmemacher offenbarte.

Mit der Hilfe von Freunden und einem extrem niedrigen Budget huldigt Nolan dem Film Noir und seiner Vorliebe für verschachteltes Erzählen. Wie auch in späteren Arbeiten stellt die Narration das Prunkstück des Films dar, erweist sich als so effektvoll wie ökonomisch und erzeugt viel Suspense. Schicht für Schicht entfaltet Following seine Story um einen Voyeur, der erst zum Dieb wird und sich dann überraschend in ein Komplott verstrickt; erst im letzten Viertel ergibt sich ein Gesamtbild.

Wie der Hauptfigur ergeht es auch dem Zuschauer. Die schmucklosen Schwarz-Weiß-Bilder und die altmodischen Kameraperspektiven vermitteln anfangs noch eine gewisse Sicherheit, doch wer Nolans Einladung folgt, wird gekonnt an der Nase herumgeführt, wenn der Regisseur das Tempo anzieht und überraschende Wendungen offenbart. Fast schon nebenbei macht der Brite den Prämissen und Zutaten klassischer Krimis seine Aufwartung – mit einer Selbstverständlichkeit, die eigentlich erst einem Regieveteranen mit langjähriger Erfahrung zuzutrauen wäre.

Dank des ausgeklügelten Scripts und der klugen Regie fällt das niedrige Budget kaum ins Gewicht; lediglich die unbekannten Darsteller überzeugen nicht zur Gänze. Following sorgt dennoch für beste Unterhaltung: Nolans Werk ist durchgängig spannend, verfügt über eine wunderbare Idee und baut eine dichte Atmosphäre auf. Wer die späteren Arbeiten des britischen Filmemachers mag, sollte sich sein Debüt nicht entgehen lassen.

Handlung:

Der Einzelgänger Bill verfolgt willkürlich fremde Menschen quer durch London – unter dem Vorwand, als Schriftsteller zu recherchieren, zunehmend aber aus voyeuristischer Neugier. Doch einer der Beschatteten durchschaut Bill spielend und stellt ihn überraschend zur Rede: Cobb ist selbst Einbrecher und raubt Wohnungen nicht einfach aus, sondern genießt förmlich die Macht, in den persönlichen Besitztümern der Bewohner zu stöbern und in deren Leben einzudringen. Fortan begleitet Bill Cobb bei Einbrüchen und wird immer stärker in etwas hineingezogen, das er nicht kontrollieren kann…

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Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-07-24T09:20:58+00:00

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