In seinem fünften US-Film Saboteure widmet sich Alfred Hitchcock einmal mehr seinem Lieblingsmotiv des unschuldig Verfolgten und inszenierte nach Die 39 Stufen einen weiteren Prototypen späterer Werke. Insbesondere Liebhaber des 17 Jahre später veröffentlichten Der unsichtbare Dritte werden viele bekannte Elemente wiederfinden.

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Filmkritik:

Von der ersten Szene an sorgt Hitchcock für Spannung und schickt seinen Protagonisten auf eine Reise quer durch die Vereinigten Staaten, um einer Verschwörung nachzuspüren und seine Unschuld zu beweisen. Aufgrund der ständigen Ortswechsel, der omnipräsenten Bedrohungen und den über weite Strecken unbekannten Antagonisten gestaltet sich Saboteure durchgängig unterhaltsam.

Neben der typischen Hitchcock-Ironie, die hier eher dezent eingesetzt wird und sich beispielsweise über mehrfach die Situation kommentierende Reklameschilder Bahn bricht, besitzt der Film auch einige schöne Momente, wie wir sie aus Screwballkomödien kennen. John Garfields Protagonist bekommt eine ihn zunächst verabscheuende Frau an die Seite gestellt, sodass sich der Arme fortan nicht nur den staatlichen Häschern und böswilligen Verschwörern erwehren muss, sondern sich auch stete Auseinandersetzungen mit seiner vermeintlichen Komplizin liefert.

1942 entstanden, diente Saboteure wie so viele Filme seinerzeit auch der moralischen Stärkung in Kriegszeiten. Im Gegensatz zu Hitchcocks ein Jahr später veröffentlichtem Werk Das Rettungsboot handelt es sich bei Saboteure deutlich weniger um einen offenkundigen Propagandafilm; viel mehr schildert der Film in vielen Szenen die guten Charaktereigenschaften diverser Nebenfiguren und zeigt somit das Volk Amerikas von seiner aufrechten, moralischen Seite, was wohl auch dem Einfluss der amerikanischen Schriftstellerin Dorothy Parker geschuldet ist, die sich am Drehbuch beteiligte.

Saboteure mag nicht zu den beeindruckendsten Werken Hitchcocks gehören und erweist sich insbesondere visuell als deutlich weniger interessant als viele andere Filme des britischen Ausnahmeregisseurs, doch die stete Spannung, die archetypischen inhaltlichen Motive und der leise Humor sorgen für ein rundum gelungenes Road-Movie-Abenteuer.

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DER REGISSEUR

Alfred Hitchcock ist wohl der bekannteste Regisseur der Welt. Diesen Ruf erwarb sich der Brite mit einer cleveren Selbstvermarktung, aber auch durch unzählige Meisterwerke. Im Lauf seiner 50-jährigen Karriere sicherte sich Hitchcock eine größtmögliche künstlerische Freiheit und schuf dank seiner handwerklichen Brillanz fesselnde Krimis und Thriller, die ihm den Beinamen „Master Of Suspense“ einbrachten.

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Alfred Hitchcock ist wohl der bekannteste Regisseur der Welt. Diesen Ruf erwarb sich der Brite mit einer cleveren Selbstvermarktung, aber auch durch unzählige Meisterwerke. Im Lauf seiner 50-jährigen Karriere sicherte sich Hitchcock eine größtmögliche künstlerische Freiheit und schuf dank seiner handwerklichen Brillanz fesselnde Krimis und Thriller, die ihm den Beinamen „Master Of Suspense“ einbrachten.

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DAS GENRE

Ähnlich wie der Actionfilm basiert auch das Thriller-Genre nicht auf inhaltlichen, sondern auch formalen Gesichtspunkten. Eine größtmögliche, im Optimalfall konstant gehaltene Spannung ist das Ziel. Dafür bedienen sich Thriller in der Regel einer konkreten Bedrohungslage. Wird die Gefahr überwiegend über Andeutungen und Suspense transportiert, findet gerne der Terminus Psychothriller Anwendung.

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ÜBER DEN KRITIKER

Tom Schünemann

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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